Demenz: WHO belegt, dass 45 Prozent aller FĂ€lle vermeidbar sind
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 05:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das betont die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihren aktualisierten Leitlinien vom 18. Juli. Neben Rauchverzicht, wenig Alkohol und gesunder ErnÀhrung steht vor allem Bewegung im Fokus.
Doch es kommt nicht nur auf die Menge an. Auch die QualitĂ€t der Bewegung spielt eine entscheidende Rolle â von der SturzprĂ€vention bis zur richtigen Technik.
Bewegung als Medizin
Die WHO empfiehlt regelmĂ€Ăige körperliche AktivitĂ€t, kombiniert mit der Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen. ErgĂ€nzend raten Experten zu geistiger Fitness durch Lesen oder Spiele sowie zu sozialer Teilhabe. NahrungsergĂ€nzungsmittel wie Vitamin B, Vitamin E oder Omega-3-FettsĂ€uren seien dagegen nur bei nachgewiesenem Mangel sinnvoll.
Auch die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Innere Medizin (DGIM) setzt auf Bewegung. Sie empfiehlt eine strukturierte Bewegungstherapie besonders fĂŒr Patienten mit Herz-Kreislauf-Risiken.
10.000 Schritte? QualitÀt schlÀgt QuantitÀt
Die berĂŒhmten 10.000 Schritte tĂ€glich? Ein Mythos aus einer japanischen Marketingkampagne der 1960er-Jahre. Aktuelle Studien zeigen: Schon deutlich weniger reichen aus.
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Laut einer Analyse im âBritish Journal of Sports Medicineâ von 2024 sinkt das Risiko fĂŒr Demenz, Krebs, Diabetes und Depressionen bereits bei rund 7.000 Schritten tĂ€glich. Und eine Studie in âThe Lancet Public Healthâ (2025) belegt: Ein verringertes Sterberisiko zeigt sich sogar ab etwa 2.200 Schritten.
Die entscheidende Erkenntnis der Forscher: KontinuitÀt ist wichtiger als Spitzenwerte.
SturzprÀvention: Der Tandemgang als Geheimwaffe
Die Unfallstatistik spricht eine klare Sprache. 2025 verzeichnete Deutschland 16.500 E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden â ein Anstieg um 40 Prozent. Mangelnde Balance war oft die Ursache. Auch bei Klettertouren in den Alpen fĂŒhrten Gleichgewichtsverluste Mitte Juli 2026 zu schweren UnfĂ€llen.
Wissenschaftler der UniversitĂ€t Freiburg und australischer Forschungseinrichtungen haben eine einfache, aber effektive Ăbung identifiziert: den Tandemgang. Dabei setzt man die FĂŒĂe direkt hintereinander â wie auf einem Seil. Das Training verbessert Körperwahrnehmung und Gleichgewicht erheblich und lĂ€sst sich ohne Hilfsmittel in den Alltag integrieren.
Die Sendung âTele-Gymâ widmet sich am 25. Juli 2026 speziell dem Thema Gleichgewicht und Balance.
Fehler vermeiden: So geht gesundes Gehen
Trotz aller Vorteile: UnsachgemĂ€Ăes Gehtraining kann schaden. Fachleute warnen vor typischen Fehlern:
- Zu schnelle Steigerung: Ăberhastete Erhöhung von Distanz oder Tempo begĂŒnstigt SehnenentzĂŒndungen.
- UnnatĂŒrliche SchrittlĂ€nge: Zu lange Schritte belasten die Gelenke unnötig.
- Schmerzen ignorieren: Weitertrainieren trotz Warnsignalen kann chronische SchÀden wie Arthrose fördern.
Um Fehlbelastungen zu vermeiden und die Sicherheit im Alltag nachhaltig zu erhöhen, empfehlen Experten ergĂ€nzend zum Gehtraining spezielle Ăbungen fĂŒr StabilitĂ€t und Kraft. Ein erfahrener Physiotherapeut hat dafĂŒr einen Trainingsplan entwickelt, mit dem Sie in wenigen Minuten tĂ€glich Ihre Muskulatur stĂ€rken und StĂŒrze verhindern. Kostenlosen 7-Ăbungen-Trainingsplan herunterladen
Die Lösung: Schrittweise steigern und ein natĂŒrliches Gangbild beibehalten.
Dass Hilfsmittel allein nicht ĂŒber die medizinische Einstufung entscheiden, zeigt ein Urteil des Landessozialgerichts Baden-WĂŒrttemberg vom 27. Juni 2025. Demnach reicht die Nutzung eines Rollators nicht automatisch fĂŒr die Zuerkennung des Merkzeichens âauĂergewöhnliche Gehbehinderungâ (aG) aus. Entscheidend bleibt die dauerhafte, erhebliche Anstrengung bei der Fortbewegung auĂerhalb eines Fahrzeugs.
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