Pharmabranche, FachkrÀftemangel

Pharmabranche warnt vor FachkrÀftemangel in MINT-FÀchern

27.02.2025 - 16:47:53

Der Anteil der Akademiker in vielen Industriebranchen ist hoch. Doch mit der alternden Bevölkerung werden FachkrÀfte knapp. Was die Pharmaindustrie dazu sagt.

Die deutsche Pharmabranche warnt vor einem akuten FachkrÀftemangel, der die Innovationskraft wichtiger Branchen bedroht. Schon heute werde der Bedarf an hoch qualifizierten FachkrÀften nicht mehr gedeckt, teilte der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) in Berlin mit. Sinkende Studentenzahlen in den besonders wichtigen FÀchern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) sowie eine alternde Belegschaft verschÀrften die Situation.

Trotz eines steigenden Anteils internationaler Studenten reiche die Zahl der Absolventinnen und Absolventen langfristig nicht aus, um den wachsenden Bedarf in forschungsintensiven Industrien zu decken, heißt es in einer neuen Studie des Verbands, der 46 Branchenunternehmen vertritt.

Die Zahl der Studenten liege in Deutschland bei knapp drei Millionen. Doch 2020 sei der AufwĂ€rtstrend zum Erliegen gekommen, seitdem sinke die Zahl. Zugleich verließen immer mehr erfahrene BeschĂ€ftigte altersbedingt den Arbeitsmarkt. Im produzierenden Gewerbe dĂŒrften in den kommenden zehn Jahren grob geschĂ€tzt 280.000 Akademiker das Renteneintrittsalter erreichen.

«Nachwuchs bleibt aus - und das strukturell»

Die Pharmaindustrie werde von dem Problem besonders betroffen sein, da sie mit 34,5 Prozent einen der höchsten Akademikeranteile in der deutschen Industrie habe. Ähnlich groß sei der Anteil in der Elektrobranche, gefolgt vom Fahrzeugbau mit rund 25 Prozent. Am grĂ¶ĂŸten ist der Akademikeranteil den Angaben zufolge abseits der Industrie bei IT-Dienstleistungen (rund 49 Prozent).

Der Nachwuchs bleibe aus – und das nicht nur kurzfristig, sondern strukturell, sagte VFA-Chefvolkswirt Claus Michelsen. «Ohne entschlossene Reformen wird Deutschland im internationalen Wettbewerb um Talente zurĂŒckfallen.»

Nötig sei eine FachkrĂ€ftestrategie, die sowohl Anreize fĂŒr MINT-StudiengĂ€nge als auch eine gezielte Zuwanderung von FachkrĂ€ften umfasse. «BĂŒrokratische HĂŒrden mĂŒssen abgebaut und der Verbleib internationaler Studierender erleichtert werden.»

@ dpa.de