TĂV-Verband schlĂ€gt Alarm: Fast jeder fĂŒnfte Bus fĂ€llt durch
21.05.2026 - 09:58:03 | dpa.de
Fast jeder fĂŒnfte bei einem der TĂVs geprĂŒfte Reise- oder Linienbus ist zuletzt bei der Hauptuntersuchung durchgefallen. In den Jahren 2024 und 2025 hatten 19,2 Prozent der untersuchten Fahrzeuge erhebliche oder gefĂ€hrliche MĂ€ngel, wie der TĂV-Verband mitteilte. Das waren 5,1 Prozentpunkte mehr als in den beiden Jahren davor.Â
«Die Ergebnisse des aktuellen Bus-Reports sind alarmierend», sagte Richard Goebelt vom TĂV-Verband. «Die MĂ€ngelquoten steigen zum zweiten Mal in Folge krĂ€ftig.» In den Jahren 2020 und 2021 hatte die Quote nur bei 11,7 Prozent gelegen. Dabei dĂŒrfte aber auch Corona eine Rolle gespielt haben. Ohne Mangel kamen 2024/2025 nur 69,8 Prozent der Busse durch die PrĂŒfung - 5,6 Punkte weniger als zuvor. Dabei gab es laut TĂV-Verband keine VerschĂ€rfung der Kriterien.Â
Jeder zehnte Bus fÀllt schon ein Jahr nach der Neuzulassung durch
AuffĂ€llig fĂŒr die PrĂŒfer war, dass nicht nur alte Fahrzeuge durchfallen: «Insbesondere jĂŒngere Fahrzeuge schneiden bei den PrĂŒfungen schlechter ab», sagte Goebelt. «Bereits ein Jahr nach der Neuzulassung fĂ€llt jeder zehnte Bus durch die HU.» Das sei mehr als das Doppelte des Werts von vor zwei Jahren. Auch bei fĂŒnf Jahre alten Bussen verschlechterte sich die Situation: Der Anteil mit mindestens erheblichen MĂ€ngeln stieg von 11,9 auf 21 Prozent.Â
Bei noch Ă€lteren Bussen sind die Quoten mit erheblichen MĂ€ngeln teilweise etwas höher, teilweise aber auch etwas tiefer. Allerdings steigt der Anteil geringer MĂ€ngel mit dem Alter klar an. Bei 17 bis 20 Jahre alten Fahrzeugen kamen weniger als 60 Prozent ohne Beanstandung durch die PrĂŒfung. Unter anderem machte sich das Alter bei MĂ€ngeln wie Ălverlust, schadhafter Beleuchtung hinten oder Rost, Rissen und gebrochenen Teilen bemerkbar.Â
MĂ€ngel wĂ€ren bei regelmĂ€Ăiger Wartung «leicht zu entdecken»
«Viele Unternehmen in der Personenbeförderung stehen unter einem erheblichen wirtschaftlichen Druck», sagte Goebelt. «Das fĂŒhrt offenbar dazu, dass sie der Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge nicht die nötige Aufmerksamkeit widmen. Das geht ĂŒber kurz oder lang zulasten der Verkehrssicherheit.» Dabei seien die bei den PrĂŒfungen entdeckten MĂ€ngel «bei regelmĂ€Ăiger Wartung leicht zu entdecken und in der Regel mit geringem Aufwand zu beheben».
GrundsĂ€tzlich gĂ€lten Busse als «sehr sichere Verkehrsmittel», heiĂt es vom Verband. Dennoch komme es immer wieder zu schweren UnfĂ€llen. In der Regel sei menschliches Fehlverhalten die Ursache, sagte Goebelt, «aber auch technische MĂ€ngel können eine Rolle spielen.» Daher sei es wichtig, dass die Busunternehmen verstĂ€rkt in die Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge investierten.
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