Deutschland, Auto

LadesÀulen-Streit zwischen Tesla und Bund landet vor EuGH

16.06.2023 - 17:29:25

Der Bund erteilt Tank & Rast 2021 die Erlaubnis zum Betrieb von Ladepunkten fĂŒr Elektroautos. Eine Ausschreibung gibt es nicht. Tesla und Fastned sehen sich benachteiligt. Zu recht?

Ein Rechtsstreit um LadesĂ€ulen zwischen dem Bund und dem Elektroautohersteller Tesla landet vor dem EuropĂ€ischen Gerichtshof (EuGH). Das DĂŒsseldorfer Oberlandesgericht teilte am Freitag mit, dass es ein Vergaberechtsverfahren ausgesetzt habe, um eine zentrale Frage vom EuGH klĂ€ren zu lassen. Neben Tesla ist der Ladestationsbetreiber Fastned ein weiterer Antragssteller in dem NachprĂŒfungsverfahren, Tank & Rast ist als sogenannter Beigeladener involviert.

In der juristischen Auseinandersetzung geht es darum, dass der Bund eine Konzession fĂŒr Tank & Rast ohne Ausschreibung um die Elektro-LadesĂ€ulen erweitert hat. Die Bewirtschaftung von Tankstellen und RaststĂ€tten an Autobahnen war frĂŒher eine staatliche Sache, in den 90er Jahren wurde diese aber privatisiert. Mit Tank & Rast hat lĂ€ngst eine privatwirtschaftliche Firma das Sagen.

2021 schlossen der Bund und Tank & Rast eine Vereinbarung ĂŒber die Errichtung und den Betrieb von Ladepunkten. Eine Ausschreibung gab es nicht - die war aus Sicht des Bundes nicht nötig, schließlich sei ja nur der alte Vertrag ergĂ€nzt worden. Tesla und Fastned waren hingegen anderer Auffassung, sie fĂŒhlten sich benachteiligt und hielten das Vorgehen fĂŒr vergaberechtswidrig. In erster Instanz scheiterten sie, in zweiter Instanz kam die juristische Auseinandersetzung vor das OLG DĂŒsseldorf. Dieses Gericht will den Sachverhalt nun in Luxemburg europarechtlich durchleuchten lassen.

Der EuGH soll die Frage beantworten, ob die Erweiterung von KonzessionsvertrĂ€gen, die ursprĂŒnglich zwischen verschiedenen staatlichen Bereichen intern vergeben und spĂ€ter von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen ĂŒbernommen wurden, ausgeschrieben werden mĂŒssen. Nach KlĂ€rung dieser Frage wird das OLG DĂŒsseldorf seine Entscheidung treffen. Sollte die Erweiterung fĂŒr unwirksam erklĂ€rt werden, könnten bei den betroffenen Ladepunkten doch noch Tesla und Fastned zum Zuge kommen.

@ dpa.de