Europaminister, Verteilung

Europaminister warnt vor nationaler Verteilung von EU-Geld

21.05.2025 - 06:16:25

Der Chef der Europaministerkonferenz, Stefan Gruhner, hat davor gewarnt, EU-Gelder nur noch auf nationaler statt wie bisher auf regionaler Ebene zu verteilen.

"Das Wichtigste ist, dass wir die Mitsprache der deutschen BundeslĂ€nder beim nĂ€chsten EU-Haushalt sichern", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt vor einem Treffen der Europaminister der BundeslĂ€nder in BrĂŒssel.

Gruhner verlangte weiter Mitsprache der LĂ€nder bei der Verteilung der EU-Fördermittel - etwa im Bereich der Landwirtschaft oder des EuropĂ€ischen Fonds fĂŒr regionale Entwicklung (Efre).

Die Kommission beabsichtige, dass es nationale PlÀne geben solle, um die Mittel zu verteilen, sagte Gruhner. Seiner Ansicht nach wissen die Regionen und LÀnder aber am besten, wie das Geld vor Ort richtig eingesetzt wird. "Das entspricht ja auch dem europÀischen Gedanken, dass Entscheidungen nicht zentral gesteuert werden, sondern von der Ebene der Regionen und der LÀnder", sagte Gruhner.

Über das Thema wollen die Europaminister der BundeslĂ€nder auch bei einem Treffen am Mittwoch und Donnerstag in BrĂŒssel reden. Gruhner ist Staatskanzleichef und Europaminister in ThĂŒringen, dem Vorsitzland der Europaministerkonferenz.

EU-Haushalt fĂŒr sieben Jahre

Der gemeinsame mehrjĂ€hrige Haushalt der EU wird jeweils fĂŒr sieben Jahre aufgestellt und legt Obergrenzen der jĂ€hrlichen Ausgaben der EU sowie deren Verwendung fest. FĂŒr die Jahre 2021 bis 2027 umfasst er rund 1,1 Billionen Euro.

Mit rund 427 Milliarden Euro davon machen die sogenannten KohĂ€sionsausgaben mehr als ein Drittel des Budgets aus. Mit diesen Mitteln fĂŒr die Strukturförderung soll wirtschaftlich schwach entwickelten Regionen geholfen werden, um ökonomische und soziale Unterschiede auszugleichen.

Deutschland profitiert vom Binnenmarkt

Deutschland steuert als grĂ¶ĂŸter Nettozahler der Union fast ein Viertel der Mittel des sogenannten MehrjĂ€hrigen Finanzrahmens (MFR) bei. Die Bundesregierung betont grundsĂ€tzlich, dass Deutschland zugleich auch so sehr vom EU-Binnenmarkt profitiere wie keine andere europĂ€ische Volkswirtschaft.

Ein Vorschlag der EU-Kommission fĂŒr den nĂ€chsten mehrjĂ€hrigen Haushalt ab 2028 wird fĂŒr Mitte Juli erwartet. Dann muss das EU-Parlament durch eine Mehrheitsentscheidung zustimmen, die EU-LĂ€nder mĂŒssen den Haushalt einstimmig annehmen.

@ dpa.de