IAEA-Chef, Angriffe

IAEA-Chef: Angriffe verzögern Arbeit am Ende des Atomstreits mit Iran

16.06.2025 - 11:50:47

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, hat im israelisch-iranischen Konflikt alle Seiten zu maximaler ZurĂŒckhaltung aufgefordert.

Die militÀrische Eskalation "verzögert die unerlÀssliche Arbeit an einer diplomatischen Lösung, um langfristig sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffen erwirbt", warnte Grossi in einer Sondersitzung des IAEA-Gouverneursrates in Wien.

Grossi berichtete dem Lenkungsgremium, dass die stark beschÀdigte iranische Uran-Anreicherungsanlage in Natans seit den israelischen Angriffen am Freitag nicht noch weiter zerstört worden sei. Er wies darauf hin, dass der unterirdische Teil von Natans nicht getroffen worden sei, aber dass die dort installierten GerÀte durch einen Stromausfall beschÀdigt worden sein könnten.

Strahlengefahr in Anlage groß, aber kontrollierbar

Die Strahlenverseuchung innerhalb der Anlage sei gefĂ€hrlich, doch das Risiko etwa mit Atemschutz kontrollierbar, sagte er. Außerhalb der angegriffenen Einrichtung seien die Strahlungswerte weiterhin normal.

In Isfahan wurden nach am Freitag vier Nukleareinrichtungen bei israelischen Angriffen beschÀdigt, wie Grossi berichtete. Keine SchÀden sind laut Grossi bislang an der zweiten Uran-Anreicherungsanlage in Fordo, an dem Kernkraftwerk Buschehr sowie an einem im Bau befindlichen Reaktor gemeldet worden.

IAEA-Experten bleiben im Iran

IAEA-Inspektoren seien nach wie vor im Iran und wĂŒrden so bald wie möglich ihre Arbeit wieder aufnehmen, sagte Grossi. Laut dem jĂŒngsten IAEA-Bericht hatte der Iran zuletzt seine VorrĂ€te von beinahe atomwaffenfĂ€higem Uran stark gesteigert. Teheran bestreitet, mit dem Material Nuklearwaffen bauen zu wollen.

@ dpa.de