Xi und Orban vereinbaren in Budapest 'strategische Partnerschaft'
09.05.2024 - 20:27:19Dabei habe man eine "umfassende strategische Partnerschaft" zwischen beiden LĂ€ndern vereinbart, sagten beide Politiker im Rahmen einer gemeinsamen ErklĂ€rung, die vom staatlichen ungarischen Fernsehen ĂŒbertragen wurde.
Orban sagte, dass beide LĂ€nder stets einander in Freundschaft verbunden gewesen seien. Chinesische Unternehmen wĂŒrden heute in Ungarn Zehntausende ArbeitsplĂ€tze sichern. Das Land wolle die Chancen nutzen, die sich aus hochwertigen chinesischen Investitionen im Bereich der E-MobilitĂ€t und aus chinesischem Technologietransfer ergeben wĂŒrden.
Xi sprach sich fĂŒr den weiteren Ausbau der Beziehungen aus. "Wir glauben beide, dass die traditionelle Freundschaft zwischen unseren LĂ€ndern auf festen Grundlagen steht", sagte er. Der chinesische PrĂ€sident besuchte Budapest auch aus Anlass des 75. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Ungarn und China.
Am Rande des Besuches unterzeichneten die Delegationen zahlreiche zwischenstaatliche Abkommen. Das ungarische Staatsfernsehen, das von ungarischer Seite allein bei der Zeremonie zugelassen war, machte keine konkreten Angaben dazu. Auch die Umrisse der vereinbarten "umfassenden strategischen Partnerschaft" blieben eher vage. Orban erwĂ€hnte lediglich, dass beide LĂ€nder kĂŒnftig auch im Bereich der Nuklearindustrie zusammenarbeiten wollen. "Das gab es bisher nicht", sagte er. NĂ€her fĂŒhrte er dies aber nicht aus.
Ungarn war die letzte Station von Xi Jinpings Europa-Reise, die ihn zuvor nach Frankreich und Serbien gefĂŒhrt hatte. Am Freitag wollte er aus Budapest abreisen. Ungarn ist als einziges EU-Land Teilnehmer an Chinas umstrittener Infrastruktur- und Investitionsinitiative "Neue SeidenstraĂe". Die ungarische Regierung gilt als chinafreundlich - mit freundschaftlichen Beziehungen zu Peking möchte Orban ein Gegengewicht zu den Gegebenheiten in der EU schaffen, in der er oft isoliert ist.
China baut eine etwa rund 350 Kilometer lange Eisenbahnverbindung zwischen Budapest und Belgrad, die mit chinesischen Krediten finanziert wird. In Ungarn errichtet es groĂe Fabriken zur Herstellung von E-Fahrzeugen und dazugehörigen Batterien. Im ostungarischen Debrecen soll eine im Bau befindliche Batteriefabrik des chinesischen Herstellers CATL kĂŒnftig 9000 Mitarbeiter beschĂ€ftigen. Das Giga-Projekt löste jedoch Proteste von UmweltschĂŒtzern aus und fĂŒhrte zu juristischen Auseinandersetzungen.

