Produktion/Absatz, Konjunktur

Trump fordert von Nato-LĂ€ndern fĂŒnf Prozent fĂŒr Verteidigung

07.01.2025 - 19:08:44

Der designierte US-PrÀsident Donald Trump fordert von den Nato-Mitgliedstaaten, ihre Verteidigungsausgaben erheblich zu erhöhen.

Statt der bislang angestrebten zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) sollten die PartnerlĂ€nder kĂŒnftig fĂŒnf Prozent investieren, sagte der Republikaner bei einer Pressekonferenz in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida und schob nach: "Sie können es sich alle leisten."

Mit dieser Forderung bestÀtigte Trump entsprechende Medienberichte von Ende Dezember. Nato-GeneralsekretÀr Mark Rutte hatte bereits angedeutet, dass er mit verstÀrktem Druck von Trump in dieser Frage rechnet.

Der Republikaner hatte im Wahlkampf angekĂŒndigt, sich in der Nato dafĂŒr einsetzen zu wollen, dass alle BĂŒndnismitglieder kĂŒnftig drei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts fĂŒr Verteidigung ausgeben. Nun erhöhte er seine Forderung noch weiter. Das aktuelle Nato-Ziel sieht lediglich eine Mindestquote in Höhe von zwei Prozent vor.

Fortsetzung der Debatte aus Trumps Regierungsjahren

WĂ€hrend seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) hatte Trump mit einem Austritt der USA aus dem MilitĂ€rbĂŒndnis gedroht, falls die PartnerlĂ€nder nicht ihre Verpflichtung erfĂŒllen, mindestens zwei Prozent des BIP in Verteidigung zu investieren. Bei seiner Pressekonferenz brĂŒstete sich Trump damit, erst durch seinen Druck hĂ€tten die Nato-Partner damals ihre Ausgaben erhöht - nur weil er damit gedroht habe, die LĂ€nder andernfalls nicht mehr zu beschĂŒtzen.

Der Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 hatte der Debatte ĂŒber Verteidigungsausgaben eine neue Dringlichkeit verliehen.

Nato-SchĂ€tzungen fĂŒr 2024 zufolge sollten rund zwei Drittel der 32 Nato-Staaten das Zwei-Prozent-Ziel erreichen. Die Bundesregierung hat dem BĂŒndnis fĂŒr 2024 Verteidigungsausgaben in Höhe von rund 90,6 Milliarden Euro gemeldet. SchĂ€tzungen aus dem Monat Juni zufolge könnte dies einem BIP-Anteil von etwa 2,1 Prozent entsprechen. Den Nato-SchĂ€tzungen fĂŒr 2024 nach lagen die USA selbst zuletzt bei einem Ausgabenanteil von 3,38 Prozent - also deutlich unter fĂŒnf Prozent.

In der Nato hĂ€tten die meisten Mitgliedstaaten einen Wahlsieg von US-VizeprĂ€sidentin Kamala Harris bevorzugt, die fĂŒr die Demokraten gegen Trump antrat. Äußerungen Trumps hatten in der Vergangenheit Zweifel daran geweckt, ob die USA unter seiner FĂŒhrung uneingeschrĂ€nkt zur Beistandsverpflichtung stehen wĂŒrden.

Trump wird am 20. Januar als PrÀsident vereidigt.

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