ROUNDUP, Trump

Trump stellt Treffen mit Putin nach Vereidigung in Aussicht

08.01.2025 - 07:05:04

Der designierte US-PrÀsident Donald Trump stellt ein baldiges GesprÀch mit Kremlchef Wladimir Putin zur Beendigung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine in Aussicht.

Ein Treffen könnte nach seiner AmtseinfĂŒhrung am 20. Januar stattfinden, sagte der Republikaner bei einer Pressekonferenz in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida auf die Frage eines Journalisten, wann er mit einem Treffen rechne, um die Lage in der Ukraine zu besprechen. Den genauen Termin könne er nicht sagen. "Aber ich weiß, dass Putin sich gerne treffen wĂŒrde."

Trump Ă€ußerte zudem die Hoffnung, dass der Krieg innerhalb eines halben Jahres beendet sein werde. "Ich hoffe, lange bevor sechs Monate rum sind", sagte er. Trump brĂŒstet sich regelmĂ€ĂŸig mit seinen guten Kontakten zu Putin. Im PrĂ€sidentschaftswahlkampf hatte er wiederholt behauptet, er könne den Ukraine-Krieg binnen 24 Stunden beenden, möglichst noch vor seinem Amtsantritt. Wie, das verriet er nicht.

In der Ukraine ist die Angst groß, dass Trump nach seiner Vereidigung die US-MilitĂ€rhilfe fĂŒr das von Russland angegriffene Land drastisch zurĂŒckfahren und Kiew so eine Niederlage bescheren könnte. Noch sind die USA der wichtigste UnterstĂŒtzer und grĂ¶ĂŸte Waffenlieferant der Ukraine. Auch in vielen EU-Staaten wird befĂŒrchtet, dass Trump eine unausgewogene Regelung fĂŒr eine Waffenruhe durchsetzen könnte, die Russland und Putin faktisch als Sieger des Angriffskriegs dastehen lassen könnte.

Selenskyj drÀngt auf Fortschritte bei EU-BeitrittsgesprÀchen

Derweil drĂ€ngte der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj erneut auf stĂ€rkere Fortschritte bei den BeitrittsgesprĂ€chen zur EuropĂ€ischen Union gedrĂ€ngt. "Dieses Jahr sollte bei den Verhandlungen ĂŒber den Beitritt der Ukraine zur EU so ergebnisreich sein, wie es die Ukraine und damit die Sicherheit unseres gesamten Europas braucht.", sagte der Staatschef in seiner abendlichen Videoansprache. Als gĂŒnstigen Umstand sieht er den EU-Ratsvorsitz von in ersten Halbjahr Polen und dann im zweiten DĂ€nemark an. Beide Staaten seien "verantwortungsvolle Partner". Kiew werde alles Notwendige fĂŒr die richtigen Schritte tun.

Schwere Situation im Frontabschnitt Lyman

UnbestĂ€tigten Berichten zufolge verschlechtert sich die Lage fĂŒr die ukrainischen Truppen im Donezker Gebiet weiter. Im Frontabschnitt Lyman sollen russische Einheiten die Frontlinie beim Dorf Iwaniwka durchbrochen haben und auf das Dorf Kolodjasi vorrĂŒcken. Der ukrainische Generalstab schrieb in seinem Bericht am Dienstag von einer Intensivierung der KĂ€mpfe in diesem Gebiet. Russische Angriffe bei Iwaniwka wurden dabei bestĂ€tigt. Jedoch seien die Attacken zum großen Teil abgewehrt worden.

Ukrainische MilitÀrexperten: Kleinstadt von Russen eingenommen

Der regierungsnahe ukrainische MilitĂ€rkanal Deep State bestĂ€tigte derweil die Einnahme der strategisch wichtigen Kleinstadt Kurachowe im Osten des angegriffenen Landes durch russische Truppen. Fast die gesamte Stadt im Gebiet Donezk sei von russischen StreitkrĂ€ften besetzt, was ihnen die Möglichkeit biete, nach Westen vorzustoßen, schrieben die MilitĂ€rexperten auf Telegram. Am Montag hatte bereits das russische Verteidigungsministerium mitgeteilt, die Stadt eingenommen zu haben. Von ukrainischer Seite hatte es dazu keine BestĂ€tigung gegeben.

Die KĂ€mpfe um Kurachowe dauerten rund zwei Monate. Von den einst 18.000 Einwohnern blieb nur ein Bruchteil zurĂŒck. Ein Großteil des Ortes ist nach den schweren KĂ€mpfen nur noch ein TrĂŒmmerhaufen. Moskaus Verluste gelten als hoch.

Nur noch wenige Tausend Einwohner in Pokrowsk

In der von einer russischen Eroberung bedrohten ostukrainischen Bergarbeiterstadt Pokrowsk im Donezker Gebiet ist nur noch ein Bruchteil der ursprĂŒnglich ĂŒber 60.000 Einwohner verblieben. Nach Angaben der stĂ€dtischen MilitĂ€rverwaltung sind nur noch etwas mehr als 7.000 Menschen in der Stadt. Eine Versorgung mit Trink- und Brauchwasser und Dienste wie die MĂŒllabfuhr können in Anbetracht der Sicherheitslage nur noch in wenigen Teilen der Gemeinde bereitgestellt werden.

Russische Truppen haben sich von SĂŒden und SĂŒdwesten Pokrowsk selbst auf wenige Kilometer genĂ€hert. MilitĂ€rbeobachter gehen vom Versuch einer Umgehung der um die Stadt ausgebauten ukrainischen Verteidigungspositionen aus. Bei Pokrowsk droht auch das letzte ukrainische Kohlebergwerk fĂŒr die zur Stahlherstellung wichtige Koksproduktion unter russische Kontrolle geraten.

Über elf Millionen AntrĂ€ge auf Winterhilfe

Bei der ukrainischen Regierung gingen mehr als elf Millionen AntrĂ€ge auf die Zahlung von 1.000 Hrywnja Winterhilfe ein. "Über acht Millionen Ukrainer haben diese bereits erhalten", schrieb Regierungschef Denys Schmyhal bei Telegram. Die Winterhilfe von umgerechnet etwas mehr als 22 Euro können nur Ukrainer im Land beantragen. Die Regierung geht davon aus, dass im nicht russisch kontrollierten Teil des Landes nur noch etwa 32 Millionen Einwohner leben.

Schmyhal kĂŒndigte zudem eine steuerfreie Zahlung von monatlich 1.000 Hrywnja an alle Lehrer an. Ab September soll diese Summe verdoppelt werden. Im Januar sollen Binnenvertriebene zudem MietzuschĂŒsse bekommen. Die Vorsitzende der PrĂ€sidentenpartei Diener des Volkes, Olena Schuljak, bezifferte deren Zahl zuletzt auf gut vier Millionen.

Die Regierung war zuletzt in die Kritik geraten, weil sie BinnenflĂŒchtlingen kaum UnterstĂŒtzung gewĂ€hrt, wodurch unbestĂ€tigten Berichten nach bereits mehrere Zehntausend wieder in von Russland besetzten Regionen zurĂŒckkehrten, in denen sie zumindest ein Dach ĂŒber dem Kopf haben.

Gut die HÀlfte des ukrainischen Staatshaushalts wird durch vor allem Kredite aus dem Ausland finanziert. Im vergangenen Jahr beliefen sich diese Hilfen nach Angaben des ukrainischen Finanzministeriums auf umgerechnet mehr als 41 Milliarden Euro. Den Statistiken des Internationalen WÀhrungsfonds zufolge war der osteuropÀische Staat nach dem Pro-Kopf-Einkommen bereits vor dem russischen Einmarsch das Àrmste Land Europas.

Die Ukraine wehrt mit westlicher Hilfe seit fast drei Jahren die russische Invasion ab.

@ dpa.de

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