Bauernverband, Getreideernte

Bauernverband erwartet stark unterdurchschnittliche Getreideernte

22.08.2024 - 11:12:38

Der Deutsche Bauernverband geht in diesem Jahr von einer stark unterdurchschnittlichen Getreideernte aus.

Die 40-Millionen-Tonnen-Marke beim Getreide werde in diesem Jahr mit 39,3 Millionen Tonnen verfehlt, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Erntebilanz des Verbands. Im Vorjahr wurden noch rund 42 Millionen Tonnen Getreide geerntet. Der seit zehn Jahren anhaltende AbwĂ€rtstrend der Erntemengen setzt sich damit wohl fort.

Sowohl die Erntemengen als auch zum Teil die QualitĂ€ten haben laut Verband in einigen Regionen unter den wiederkehrenden und zum Teil sehr starken NiederschlĂ€gen massiv gelitten. Nach den aktuellen Zahlen liegt die Erntemenge beim Weizen mit 18,0 Millionen Tonnen deutlich unter der des Vorjahres (2023: 21,2 Millionen Tonnen). Aufgrund der ungĂŒnstigen Witterungsbedingungen zur Aussaatzeit im Herbst ist die AnbauflĂ€che von Winterweizen in diesem Jahr um rund 330.000 Hektar zurĂŒckgegangen, was einer der GrĂŒnde fĂŒr die geringe Erntemenge ist. Aber auch die erneut gesunkenen HektarertrĂ€ge spiegeln den AbwĂ€rtstrend beim Winterweizen wider. Bei der Wintergerste liegt die diesjĂ€hrige Erntemenge mit 8,9 Millionen Tonnen ebenfalls unter der Vorjahresmenge von 9,5 Millionen Tonnen. Die Winterrapsernte 2024 liegt mit einem Durchschnittsertrag von 33,8 dt/ha auf einem Ă€hnlich niedrigen Niveau wie im Vorjahr (33,5 dt/ha). Durch eine geringere AnbauflĂ€che ist zudem die Gesamterntemenge beim Raps auf 3,7 Millionen Tonnen gesunken (2023: 3,9 Millionen Tonnen). Die Herbstkulturen wie ZuckerrĂŒben, Mais, Kartoffeln sowie GemĂŒse konnten hingegen grĂ¶ĂŸtenteils von den NiederschlĂ€gen profitieren. Insbesondere die Kartoffeln leiden laut Bauernverband jedoch stark unter Kraut- und KnollenfĂ€ule. Und auch bei den ZuckerrĂŒben treten neue Krankheiten wie Stolbur oder das Syndrome Basses Richesses (SBR) vermehrt auf. Im Obstbau sind derweil erhebliche SchĂ€den, vor allem durch SpĂ€tfröste zu verzeichnen. Zudem sorgten Restriktionen beim Pflanzenschutz sowie der Mindestlohn fĂŒr eine "schwierige Gesamtsituation", so der Verband. Beim Wein wird nach ersten SchĂ€tzungen ĂŒber die Anbaugebiete hinweg ebenfalls eine unterdurchschnittliche Menge erwartet. "Eine extrem nasse Witterung von Herbst bis FrĂŒhsommer, fehlende Sonne und schließlich immer wieder NiederschlĂ€ge zur Erntezeit, die die MĂ€hdrescher hĂ€ufig ausbremsten - all das hat unsere Bauern in diesem Jahr vor enorme Herausforderungen gestellt", sagte `der PrĂ€sident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied. "Hinzu kommen teilweise FrostschĂ€den zur BlĂŒtezeit bei Raps sowie im Obst- und Weinbau." Die stark unterdurchschnittliche Getreideernte zeige einmal mehr "die deutlich spĂŒrbaren Auswirkungen des Klimawandels und verfehlter gesetzgeberischer Vorgaben", so Rukwied. "Um ErtrĂ€ge und QualitĂ€ten auch in Zukunft zu sichern, mĂŒssen praxisferne und nicht-praktikable Vorgaben gestrichen werden." Es könne etwa nicht sein, dass QualitĂ€tsweizen nachgefragt werde, die Landwirte aber "aufgrund immer neuer Vorschriften" nur noch Futterweizen erzeugen könnten.

@ dts-nachrichtenagentur.de