DGB: Löhne im Osten hinken immer noch dem Westen hinterher
21.10.2024 - 12:23:13 | dpa.deDie Lohndifferenz liege bei 19 Prozent, so dass rein rechnerisch BeschĂ€ftigte in Ostdeutschland ab dem 22. Oktober bis zum Jahresende ohne Lohn arbeiten wĂŒrden, sagte die DGB-Landeschefin von Sachsen-Anhalt, Susanne Wiedemeyer. "Beim Lohn ist die Einheit noch immer nicht vollzogen." Eine LohnlĂŒcke von etwa 800 Euro im Monat fĂŒhre unweigerlich zu Verdruss.
"Ich habe VerstĂ€ndnis dafĂŒr, wenn sich Ostdeutsche vereinzelt als Menschen zweiter Klasse empfinden", sagte Wiedemeyer. Laut Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes 2023 bekamen VollzeitbeschĂ€ftigte in den ostdeutschen BundeslĂ€ndern durchschnittlich 3.563 Euro brutto im Monat, in westdeutschen LĂ€ndern dagegen rund 4.401 Euro. Der DGB wertete nach eigenen Angaben Daten des Statistischen Bundesamtes zu Durchschnittsverdiensten in Ost- und Westdeutschland aus.
DGB fordert stÀrkere Tarifbindung
Stefan Körzell aus dem DGB-Bundesvorstand sagte: "Die Wirtschaft im Ostdeutschland ist den letzten Jahren meist stĂ€rker gewachsen als in Westdeutschland, aber die BeschĂ€ftigten profitieren davon nur unterdurchschnittlich. Das muss sich dringend Ă€ndern." Der DGB dringt auf mehr TarifvertrĂ€ge, mit denen höhere Löhne möglich seien. Nur rund die HĂ€lfte der BeschĂ€ftigten arbeite mit einem Tarifvertrag. In Ostdeutschland seien es nur 44 Prozent, daher mĂŒsse die Tarifbindung wieder gestĂ€rkt werden, sagte Körzell. Besonders niedrig ist die Tarifbindung nach Angaben des DGB in Mecklenburg-Vorpommern (40 Prozent) und Brandenburg (41 Prozent). In Sachsen-Anhalt liegt sie mit 49 Prozent im Bundesdurchschnitt.
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