DGB kritisiert CDU-'Agenda 2030': Attacke auf BeschÀftigte
10.01.2025 - 13:09:01"Die Herausforderungen der Zeit löst die CDU mit ihrer Agenda nicht", sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell der Deutschen Presse-Agentur. "Beim BĂŒrgergeld zu kĂŒrzen, wird keine Fachkraft mobilisieren. Die Drohung, kĂŒnftig eine wöchentliche anstelle einer tĂ€glichen Höchstarbeitszeit einzufĂŒhren, ist nichts anderes als eine Attacke auf die BeschĂ€ftigten."
Der CDU-Bundesvorstand wollte bei seiner Klausur in Hamburg gut sechs Wochen vor der Bundestagswahl eine "Agenda 2030" beschlieĂen, die unter anderem auf eine Steuerreform, einen flexibleren Arbeitsmarkt und niedrigere Energiepreise zielt.
DGB: Steuerentlastung vor allem fĂŒr Spitzenverdiener
Der DGB kritisierte, die versprochenen Steuerentlastungen kĂ€men vor allem Spitzenverdienern zugute und wĂŒrden ein Loch bis zu hundert Milliarden Euro in den Bundeshaushalt reiĂen. "Entgegen jeder Warnung klammert sich die CDU weiter an die Schuldenbremse; damit bleiben die angekĂŒndigten Investitionen in Bildung, Sicherheit und Infrastruktur ein leeres Versprechen", sagte Körzell.
FĂŒr die Gegenfinanzierung werde auf zusĂ€tzliches Wirtschaftswachstum gehofft. "Doch das entsteht weder durch Steuergeschenke mit der GieĂkanne noch durch verschĂ€rften Druck auf BeschĂ€ftigte und Arbeitslose."
DIW: Wirtschaftswachstum von zwei Prozent illusorisch
Der PrĂ€sident des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sagte, die "Agenda 2030" enthalte einige kluge Elemente wie die Steuerbefreiung fĂŒr zusĂ€tzliche Einkommen von Rentnern. Sie setze aber auch unrealistische Ziele. "Ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent ist illusorisch." Fratzscher warnte: "Der Dreiklang von geringeren Steuern, höheren Investitionen und weniger Schulden ist ein Widerspruch in sich und erfordert die Quadratur des Kreises."

