Biden, US-Wahlkampf

Biden steigt aus US-Wahlkampf aus - Wie geht es weiter?

21.07.2024 - 21:36:19

Der Druck auf US-PrĂ€sident Joe Biden, sich aus dem Rennen um die PrĂ€sidentschaft zurĂŒckzuziehen, wuchs in den vergangenen Tagen enorm.

Die Zweifel an seiner Eignung als Kandidat wegen seines Alters und seiner mentalen Fitness waren immens, auch bei seinen engsten Vertrauten. Nun kĂŒndigte der Demokrat seinen RĂŒckzug an. Zu dem Abgang und seinen Folgen wichtige Fragen und Antworten:

Was passiert jetzt?

Biden hatte die internen Vorwahlen seiner Parteien bereits gewonnen und sich dort die nötigen Delegiertenstimmen fĂŒr den Nominierungsparteitag gesichert, der vom 19. bis 22. August in Chicago im Bundesstaat Illinois stattfindet. Eigentlich sollte der 81-JĂ€hrige dort offiziell als PrĂ€sidentschaftskandidat gekĂŒrt werden. Nach seinem Ausstieg aus dem Rennen sind die Delegierten in Chicago jetzt nicht mehr an den Ausgang der Vorwahl in ihrem Bundesstaat gebunden, sondern frei in ihrer Entscheidung.

Die Demokraten dĂŒrften so kurz vor der Wahl aber kein Interesse haben, einen offenen Konkurrenzkampf mehrerer Ersatzkandidaten zu starten und den Parteitag zum Austragungsort fĂŒr ein Abstimmungsdrama zu machen. Wahrscheinlicher ist, dass sie versuchen, die Partei vorab hinter einer neuen Spitzenperson zu versammeln.

Wer könnte das sein?

Bidens VizeprĂ€sidentin, Kamala Harris. Unmittelbar nach der AnkĂŒndigung seines RĂŒckzugs schlug Biden seine Stellvertreterin als Ersatzkandidatin fĂŒr die Wahl im November vor. Der 81-JĂ€hrige erklĂ€rte, es sei im Wahljahr 2020 seine beste Entscheidung gewesen, Harris als Vizekandidatin auszuwĂ€hlen. Er spreche ihr daher seine volle UnterstĂŒtzung aus, als Kandidatin der Demokratin bei der anstehenden Wahl anzutreten.

Harris gilt als natĂŒrliche Nachfolge Bidens. Sie ist die erste Frau und die erste Schwarze, die den Eid als US-VizeprĂ€sidentin abgelegt hat. Ihr Vater wanderte einst aus Jamaika ein, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine Krebsforscherin und BĂŒrgerrechtlerin, kam aus Indien. Die Demokraten brĂ€uchten gute GrĂŒnde, Harris einfach zu ĂŒbergehen. Außerdem ist sie durch ihre Rolle bekannt, sie hat alle Checks fĂŒr Weiße Haus bereits durchlaufen und sie könnte wohl auf den Wahlkampfapparat und vermutlich auch auf gesammelte Spenden von Biden zugreifen, weil sie als Vize schon Teil von dessen Wiederwahlkampagne ist. Nun muss sie sich noch einen Vizekandidaten an ihrer Seite holen.

Die 59-JÀhrige galt in ihrem Amt lange als blass und hatte mit schlechten Umfragewerten zu kÀmpfen. Angesichts von Bidens HÀngepartie gewann sie zuletzt an Zuspruch. Biden selbst lobte Harris in den vergangenen Tagen öffentlich auffÀllig offensiv.

GĂ€be es noch Alternativen zu Harris?

Neben Harris fielen zuletzt am hÀufigsten die Namen Gavin Newsom und Gretchen Whitmer. Newsom (56) ist Gouverneur des mÀchtigen Bundesstaates Kalifornien. Er hat sich national einen Namen gemacht und intensiv an seinem Profil gearbeitet, zuletzt unter anderem mit viel beachteten Auslandsreisen.

Whitmer (52) ist Gouverneurin von Michigan und gilt seit LĂ€ngerem als aufstrebende Kraft in der Partei. Vor der Wahl 2020 hatte Biden sie als seine Vize in ErwĂ€gung gezogen. US-Medien zufolge sollen beide intern klargemacht haben, dass sie als mögliche Vize fĂŒr Harris nicht zur VerfĂŒgung stehen./trö/DP/zb

@ dpa.de