Hohe Strafe fĂŒr Trump in Betrugsprozess
17.02.2024 - 07:35:04Zudem dĂŒrfe der Immobilienunternehmer drei Jahre lang keine Firma im Bundesstaat New York fĂŒhren, hieĂ es in einer 92 Seiten langen Anordnung, die Richter Arthur Engoron am Freitag veröffentlichte. Trumps Söhne Eric und Donald Jr. mĂŒssen demnach je rund vier Millionen Dollar Strafe zahlen und dĂŒrfen zwei Jahre lang kein Unternehmen im Bundesstaat New York leiten.
"Das komplette Fehlen von Reue und Einsicht bei ihnen ist fast schon krankhaft", schrieb Richter Engoron unter Bezugnahme auf Trump und seine Söhne in der Anordnung. Das Urteil sei eine "vernichtende Niederlage" fĂŒr Trump und die Strafzahlung könne seinen "kompletten Bargeldvorrat auslöschen", kommentierte die "New York Times". Trumps AnwĂ€lte kĂŒndigten an, in Revision gehen zu wollen. Trotzdem muss der Ex-PrĂ€sident ĂŒbereinstimmenden US-Medienberichten zufolge innerhalb von 30 Tagen entweder das Geld oder eine Art Pfand hinterlegen.
Die Anordnung sei eine "komplette und totale Heuchelei" und der ganze Prozess Teil einer von seinem Nachfolger Joe Biden angeordneten "Hexenjagd" gegen ihn, kritisierte der 77-jĂ€hrige Republikaner. Politische Ăberzeugungen und der Austragungsort des Verfahrens, nicht die Fakten, hĂ€tten den Ausgang des Prozesses bestimmt, kritisierte sein Sohn Donald Trump Jr. auf der Online-Plattform X, vormals Twitter. Die Metropole New York gilt als liberal und wĂ€hlt meist ĂŒberwiegend demokratisch.
New Yorks GeneralstaatsanwĂ€ltin Letitia James feierte die Entscheidung als "riesigen Sieg" "Heute ist Gerechtigkeit vorgelegt worden. Das ist ein riesiger Sieg fĂŒr diesen Bundesstaat, fĂŒr dieses Land und fĂŒr jeden, der glaubt, dass wir alle dieselben Regeln einhalten mĂŒssen - auch Ex-PrĂ€sidenten." James hatte ursprĂŒnglich eine noch schĂ€rfere Strafe gefordert - unter anderem hatte sie Trump lebenslang verbieten wollen, ein Unternehmen im Bundesstaat New York zu leiten.
In dem Zivilprozess ging es um die Zukunft des Firmenimperiums des 77-JĂ€hrigen. Die Staatsanwaltschaft warf Trump, dessen Söhnen und Mitarbeitern vor, den Wert der Trump Organization jahrelang manipuliert zu haben, um an gĂŒnstigere Kredite und VersicherungsvertrĂ€ge zu kommen. Richter Engoron hatte dies vor dem Prozess bereits bestĂ€tigt. In dem im Oktober gestarteten und Mitte Januar zu Ende gegangenen Verfahren ging es deswegen vor allem um die Festlegung möglicher Strafen sowie weitere Anklagepunkte. WĂ€hrend des Prozesses wurden sowohl Trump selbst als auch mehrere seiner Kinder befragt.
Eine GefĂ€ngnisstrafe oder direkte Auswirkungen auf Trumps Bewerbung um das PrĂ€sidentenamt hatten in dem Zivilprozess nicht gedroht. Der Ex-PrĂ€sident ist derzeit allerdings noch in eine Reihe weiterer Verfahren verwickelt. Erst am Donnerstag war der Beginn eines Prozesses in Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar am 25. MĂ€rz von einem Richter bestĂ€tigt worden. Es wĂ€re der erste strafrechtliche Prozess gegen einen frĂŒheren PrĂ€sidenten in der Geschichte der USA. Drei weitere Strafprozesse sind in Vorbereitung, unter anderem wegen des Vorwurfs versuchter Wahlmanipulation, zudem laufen noch Zivilprozesse.
Ende Januar hatte eine Geschworenenjury in einem zweiten Verleumdungsprozess der 80-jĂ€hrigen Autorin E. Jean Carroll eine EntschĂ€digungszahlung von 83,3 Millionen Dollar zugesprochen. Trumps AnwĂ€lte hatten auch in diesem Fall angekĂŒndigt, in Revision gehen zu wollen.
Der 77-jÀhrige Trump gilt bei der im November anstehenden PrÀsidentschaftswahl als aussichtsreichster Bewerber der Republikaner. Seine Prozesse nutzte er bislang hÀufig wie Wahlkampfveranstaltungen, was ihm bereits Auseinandersetzungen mit mehreren Richtern einbrachte.

