Oberstes Gericht von Colorado streicht Trump von Wahlzettel
20.12.2023 - 06:13:55Das Gericht verkĂŒndete am Dienstagabend (Ortszeit) seine spektakulĂ€re Entscheidung, die von Trump angefochten werden dĂŒrfte. Es ist davon auszugehen, dass die Frage letztlich vom Obersten Gericht des Landes, dem Supreme Court, geklĂ€rt werden muss. Hintergrund ist, dass diverse KlĂ€ger in verschiedenen US-Bundesstaaten versuchen, Trumps Namen von Wahlzetteln fĂŒr die PrĂ€sidentenwahl 2024 zu streichen. Der 77-JĂ€hrige will fĂŒr die Republikaner noch einmal ins WeiĂe Haus einziehen. Seine Gegner argumentieren mit einem Verfassungszusatz, wonach Personen von Wahlen ausgeschlossen sind, die einen "Aufstand" gegen die Verfassung angezettelt haben.
AnhĂ€nger Trumps hatten am 6. Januar 2021 den Parlamentssitz in Washington gestĂŒrmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der PrĂ€sidentenwahl formal zu bestĂ€tigen. Trump hatte seine AnhĂ€nger zuvor bei einer Rede aufgewiegelt. Infolge der Krawalle kamen damals fĂŒnf Menschen ums Leben. Das Gericht in Colorado entschied nun, dass Trumps Name deswegen nicht auf den Wahlzetteln fĂŒr die Vorwahlen in dem Bundesstaat stehen dĂŒrfe und er vom Amt des PrĂ€sidenten ausgeschlossen sei. Allerdings setzte das Gericht seine Entscheidung bis kurz vor dem Druck der Wahlzettel Anfang Januar oder bis zur möglichen KlĂ€rung durch den Supreme Court aus.
In Bundesstaaten wie Michigan und Minnesota waren die KlĂ€ger gegen Trump bereits gescheitert - auch in Colorado konnte der Republikaner zunĂ€chst vor einem unteren Gericht einen Sieg verbuchen. Jedoch schrieb die Richterin schon damals: "Das Gericht kommt zu dem Schluss, dass Trump mit der konkreten Absicht gehandelt hat, politische Gewalt anzustacheln und sie gegen das Kapitol zu richten, um die BestĂ€tigung des Wahlergebnisses zu stören." Die Richterin kam jedoch zu dem Schluss, dass sich die Klausel in der Verfassung explizit nicht auf das PrĂ€sidentenamt bezieht - und Trump daher in Colorado auf dem Wahlzettel fĂŒr die Vorwahlen der Republikaner bleiben darf. Das Oberste Gericht dort sah dies nun anders.

