Der EU-Sanierungskompromiss bekommt Lob und Kritik
08.12.2023 - 12:36:22Die EU-Einigung auf neue Vorgaben fĂŒr die Energieeffizienz von GebĂ€uden stöĂt bei UmweltschĂŒtzern auf Kritik. VerbĂ€nde von EigentĂŒmern, der Wohnungswirtschaft und des Handwerks Ă€uĂerten sich hingegen weitgehend positiv, auch weil nach ihrem VerstĂ€ndnis eine umfassende Sanierungspflicht fĂŒr besonders schlecht gedĂ€mmte WohngebĂ€ude vom Tisch ist.
UnterhÀndler des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich im Kampf gegen den Klimawandel auf strengere Anforderungen an die Energieeffizienz von GebÀuden geeinigt. Konkret soll der Energieverbrauch von WohngebÀuden im Schnitt bis 2030 um 16 Prozent und bis 2035 um 20 bis 22 Prozent sinken.
FĂŒr GebĂ€ude, die nicht zum Wohnen gedacht sind, sehen die Vorschriften vor, dass 16 Prozent der am wenigsten energieeffizienten GebĂ€ude bis 2030 und 26 Prozent bis 2033 renoviert werden mĂŒssen. Wie diese Ziele konkret erreicht werden, können die EU-Staaten zu groĂen Teilen selbst festlegen.
Konkurrenz der Sorgen
Der EigentĂŒmerverband Haus & Grund teilte mit, die Gefahr eines massiven Wertverfalls von GebĂ€uden durch konkrete Sanierungspflichten sei vom Tisch. «Nichtsdestotrotz stehen die HauseigentĂŒmer in Deutschland und ganz Europa vor enormen Herausforderungen», sagte VerbandsprĂ€sident Kai Warnecke mit Blick auf die beschlossenen Einsparziele. Der Bundesverband deutscher Wohnungs-
und Immobilienunternehmen sprach von einem guten Weg. Es sei unstrittig, dass die CO2-Emissionen von GebĂ€uden weniger werden mĂŒssten. Noch strengere Vorgaben hĂ€tten nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks EigentĂŒmer hart treffen können.
Irmela Colaço, GebĂ€udeexpertin beim Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), sagte, eine zentrale MaĂnahme fĂŒr Klimaschutz bei GebĂ€uden sei zum Bettvorleger degradiert worden. Sie hĂ€tte sich strengere Vorgaben fĂŒr sehr schlecht ausgebaute und damit ineffiziente GebĂ€ude gewĂŒnscht. Diese befeuerten Klimakrise und Energiearmut. Ăhnliche Kritik kam von Naturschutzbund Deutschland (Nabu). «Gerade in schlecht sanierten GebĂ€uden leben oft Menschen mit niedrigem Einkommen, die so auch noch mit hohen Energiekosten zu kĂ€mpfen haben», betonte Nabu-PrĂ€sident Jörg-Andreas KrĂŒger. Wer in schlecht sanierten GebĂ€uden lebt, die mehr Energie verbrauchen, wird auch von hohen Energiepreisen hĂ€rter getroffen.


