Deutschland, Bayern

Immer mehr Pendler in Deutschland - München an der Spitze

10.10.2025 - 13:51:31

Der Eindruck, dass die Straßen nach der Corona-Pandemie voller sind als zuvor, täuscht möglicherweise nicht: Mehr Menschen nehmen lange Arbeitswege auf sich.

Die Zahl der Pendler in Deutschland wächst weiter. Im vergangenen Jahr (Stichtag 30. Juni) arbeiteten nach neuen amtlichen Zahlen 20,59 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einer Kommune jenseits der Grenzen des eigenen Wohnorts. Das waren 110.000 mehr als ein Jahr zuvor, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Bonn mitteilte. Knapp sieben Millionen Beschäftigte pendelten demnach in eine der 80 deutschen Großstädte, im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 80.000. 

Nach München fährt die Bevölkerung einer Großstadt

Deutsche Pendlerhauptstadt blieb wie in den Vorjahren München: 458.400 der in der bayerischen Landeshauptstadt arbeitenden Beschäftigten wohnte außerhalb. Im Verhältnis zur ortsansässigen Bevölkerung noch viel höher ist allerdings der Pendleranteil im wesentlich kleineren Frankfurt am Main: Obwohl die Bankenmetropole nur etwa halb so viele Einwohner hat wie München, war die Zahl der Pendler mit 415.600 fast ebenso hoch, Platz zwei in der Tabelle. 

Erst auf den Plätzen drei bis fünf folgen Berlin (398.900), Hamburg (396.300) und Köln (317.000). Das Bundesinstitut analysiert nicht, wie oft die betreffenden Arbeitnehmer ins Büro oder die Fabrik fahren, und auch nicht, welche Verkehrsmittel sie dafür nutzen. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts liegt die Heimbüro-Quote in Deutschland bei knapp einem Viertel, so dass jeden Tag der Großteil der arbeitenden Bevölkerung tatsächlich zum Arbeitsplatz fährt. 

2,3 Millionen Menschen fahren über 100 Kilometern zur Arbeit 

Der durchschnittliche einfache Weg zur Arbeit belief sich nach BBSR-Berechnung auf 17,2 Kilometer. Doch die Durchschnittszahl verbirgt, dass viele Arbeitnehmer extrem weite Wege auf sich nehmen: Über 4 Millionen Pendler legten demnach mehr als 50 Kilometer zurück, gut 2,3 Millionen sogar mehr als 100 Kilometer. 

«Rund 42 Prozent der Beschäftigten arbeiten inzwischen in Großstädten», sagte BBSR-Experte Thomas Pütz. «Diese üben als Arbeitsmarktzentren eine enorme Anziehungskraft aus.» Die hohe Zahl der Pendlerinnen und Pendler in die Großstädte habe spürbare Folgen für Verkehr, Umwelt und Lebensqualität. 

Die Zahlen des Bundesinstituts decken sich mit der Einschätzung von Immobilienmaklern, der zufolge die Corona-Pandemie den Trend zum Wohnen im Umland großer Städte verstärkte. Als Gründe häufig genannt werden zum einen hohe Mieten und Immobilienkaufpreise in den Zentren, zum anderen die gestiegene Heimbüro-Quote.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Amiri schießt Mainz zum Sieg gegen Augsburg Mainz und Augsburg liefern sich ein erbittertes Kampfspiel, das durch zwei Elfmeter entschieden wird. (Politik, 07.02.2026 - 17:32) weiterlesen...

Brisantes Torwart-Duell im unerwarteten Topspiel wackelt. Ein anderer Bayern-Star meldet sich dagegen fit. Manuel Neuer droht die erstaunliche Renaissance eines Spitzenspiels zu verpassen - und damit auch das Duell mit Nationaltorhüter Oliver Baumann. (Politik, 06.02.2026 - 15:32) weiterlesen...

Infekt stoppt Neuer - Kane vor Topspiel im Bayern-Training. Torjäger Kane meldet sich rechtzeitig vor dem Topspiel gegen Hoffenheim zurück. Dafür hat es nun den Kapitän erwischt. Die winterliche Krankheitswelle lässt den FC Bayern nicht los. (Politik, 06.02.2026 - 15:22) weiterlesen...

BMW kooperiert mit Lidl-Schwester PreZero beim Recycling. Dabei geht es um die Umwelt - aber nicht nur. Altfahrzeuge als Schatztruhe: BMW und PreZero entwickeln neue Wege, um ausgediente Autos länger als Rohstofflieferanten zu nutzen. (Wirtschaft, 05.02.2026 - 12:00) weiterlesen...

Eon: Saarland und Bayern Solar-Spitzenreiter 2025. Dementsprechend sind auch Solaranlagen im Süden häufig produktiver. Der Süden Deutschlands ist sonniger als der Norden. (Wirtschaft, 05.02.2026 - 05:00) weiterlesen...

Schah-Sohn Pahlavi kommt zur Münchner Sicherheitskonferenz. Jetzt kommt Reza Pahlavi, der Sohn des Schahs, zur Münchner Sicherheitskonferenz. Die iranische Führung muss dagegen draußen bleiben. Für viele iranische Oppositionelle ist er ein Hoffnungsträger. (Ausland, 05.02.2026 - 04:30) weiterlesen...