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WDH: 133.000 offene Stellen in Sozial- und Gesundheitsberufen

30.08.2024 - 08:48:18 | dpa.de

(Der erste Absatz wurde neu formuliert.)KÖLN - Pfleger, Erzieherinnen und Sozialarbeiter haben eines gemeinsam, sie fehlen deutschlandweit.

(Der erste Absatz wurde neu formuliert.)

KÖLN (dpa-AFX) - Pfleger, Erzieherinnen und Sozialarbeiter haben eines gemeinsam, sie fehlen deutschlandweit. Rund 133.000 offene Stellen in Gesundheits- und Sozialberufen können einer Analyse zufolge nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzt werden. Das geht aus einer Studie des Kompetenzzentrums FachkrĂ€ftesicherung (Kofa) des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Die Zahlen beziehen sich auf den Durchschnitt des Jahres 2023.

Fast ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen FachkrĂ€ftelĂŒcke entfĂ€llt damit auf diese Bereiche. Laut Studienautor und Experte Jurek Tiedemann schwĂ€chte sich der Mangel zuletzt zwar leicht ab, die Situation sei jedoch weiterhin "sehr angespannt" und könnte sich in den nĂ€chsten Jahren sogar noch erheblich verschĂ€rfen.

GrĂ¶ĂŸter Engpass betrifft Erzieherinnen und Erzieher

Bei Erziehern gibt es demnach den grĂ¶ĂŸten Engpass. Weil im vergangenen Jahr durchschnittlich knapp 21.000 FachkrĂ€fte fehlten, mangelt es bundesweit an etwa 300.000 BetreuungsplĂ€tzen. Ein strukturelles Problem in Gesundheits- und Sozialberufen wirkt sich dabei erschwerend aus: Mehr als 80 Prozent der BeschĂ€ftigten sind weiblich, mehr als die HĂ€lfte arbeiten in Teilzeit - auch weil die FachkrĂ€ftelĂŒcke sie indirekt dazu zwingt.

"BerufstĂ€tige MĂŒtter reduzieren oft ihre Arbeitsstunden, um LĂŒcken in der Kinderbetreuung auszugleichen", so Tiedemann. Eine Bereitstellung von BetreuungsplĂ€tzen sei die zentrale Stellschraube, um die Arbeitszeiten von MĂŒttern und VĂ€tern zu erhöhen.

Prognose: Mindestens 280.000 zusÀtzliche PflegekrÀfte bis 2049

Ähnlich schwierig ist die Lage in der Sozialarbeit und -pĂ€dagogik, in der Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege. Personen, deren Angehörige wegen fehlender FachkrĂ€fte nicht betreut werden können, stĂŒnden dem Arbeitsmarkt nur eingeschrĂ€nkt zur VerfĂŒgung, so Tiedemann. Wegen der Alterung der Bevölkerung sei auch hier mit steigendem Bedarf zu rechnen. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass bis 2049 mindestens 280.000 zusĂ€tzliche PflegekrĂ€fte benötigt werden.

Die Experten sehen auch positive Entwicklungen. Die Ausbildungen zu Pflegefachfrau und -mann sowie Erzieherin und Erzieher verzeichnen laut Bundesinstitut fĂŒr Berufsbildung die grĂ¶ĂŸte Zahl an neu abgeschlossenen AusbildungsvertrĂ€gen. Der Bedarf an qualifiziertem Personal steigt der Studie zufolge jedoch schneller, als neue FachkrĂ€fte nachkommen.

Um dem FachkrĂ€ftemangel entgegenzuwirken, wird empfohlen, die Anreize fĂŒr die Ausbildung in Gesundheits- und Sozialberufen weiter zu erhöhen. Eine direkte Ansprache mĂ€nnlicher BeschĂ€ftigter könne ebenfalls dazu beitragen, Geschlechterklischees zu ĂŒberwinden und mehr MĂ€nner fĂŒr eine TĂ€tigkeit in einem Gesundheits- oder Sozialberuf zu begeistern, so Tiedemann.

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