Personalmangel im Mittelstand: Ein Drittel bangt um Existenz
11.03.2025 - 11:48:17Der FachkrĂ€ftemangel setzt vielen MittelstĂ€ndlern in Deutschland schwer zu - bis hin zu groĂen Existenzsorgen. Knapp 60 Prozent der mittelstĂ€ndischen Unternehmen erwarten nach einer Umfrage der Förderbank KfW in den kommenden fĂŒnf Jahren Probleme bei der Besetzung offener Stellen. Ein Drittel (33 Prozent) der Firmen sieht wegen des ArbeitskrĂ€ftemangels mittel- bis langfristig sogar die Existenz in Gefahr. «Besonders kleine Unternehmen Ă€uĂern diese Sorge», schreibt die KfW.
Demnach sehen 39 Prozent der befragten MittelstĂ€ndler in Ostdeutschland mittel- bis langfristig den Fortbestand ihres Unternehmens wegen ArbeitskrĂ€ftemangels bedroht. Im Westen sind es 31 Prozent. Am gröĂten sind die Sorgen im Baugewerbe: 10 Prozent der Befragten gaben hier an, sie sĂ€hen ihre Existenz daher mittel- bis langfristig «auf jeden Fall» und weitere 29 Prozent «eher» bedroht.
Insgesamt planen von Personalmangel betroffene Unternehmen, weniger AuftrĂ€ge anzunehmen oder Produktion, Ăffnungszeiten und Erreichbarkeit einzuschrĂ€nken, heiĂt es in der reprĂ€sentativen KfW-Umfrage, an der im September 2.494 Unternehmen teilnahmen.Â
Höhere GehÀlter und flexiblere Arbeitszeiten
Fast acht von zehn Unternehmen, die in den kommenden fĂŒnf Jahren mit Problemen bei der Stellenbesetzung rechnen, wollen demnach ihre AttraktivitĂ€t als Arbeitgeber steigern. 67 Prozent geben an, die Löhne sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich zu erhöhen. 59 Prozent möchten Arbeitszeit oder -orte flexibilisieren und 53 Prozent verstĂ€rkt Weiterbildungsangebote anbieten.
Dagegen planen mit 22 Prozent nur wenige MittelstÀndler, Kinderbetreuungsangebote auszubauen. Die Anwerbung auslÀndischer ArbeitskrÀfte erwÀgen 25 Prozent.
«Angesichts des umfassenden demografischen Wandels werden die Anstrengungen der Unternehmen alleine nicht ausreichen, um die drohenden EngpĂ€sse auf dem Arbeitsmarkt zu beheben», sagte KfW-Ăkonomin Elisabeth Grewenig. Die Politik mĂŒsse Ausbildungsangebote stĂ€rken. «Denn zu viele junge Menschen haben zurzeit keinen Berufsabschluss.» Zudem mĂŒsse die betriebliche Weiterbildung ausgebaut werden.


