UN: Schlimmste humanitÀre Lage seit Beginn des Gaza-Kriegs
23.04.2025 - 09:48:16Hilfe fĂŒr die Zivilbevölkerung werde durch neue israelische MilitĂ€rangriffe, die seit mehr als 50 Tagen andauernde Blockade humanitĂ€rer Hilfslieferungen, tödliche Angriffe auf Helfer sowie massive BewegungseinschrĂ€nkungen in dem KĂŒstenstreifen behindert, heiĂt es in einem neuen Bericht des UN-NothilfebĂŒros (OCHA) zur Lage in dem KĂŒstenstreifen.
Von 43 internationalen und palÀstinensischen Hilfsorganisationen hÀtten fast alle in einer Untersuchung angegeben, dass sie ihre Hilfsleistungen seit Wiederbeginn der israelischen Angriffe am 18. MÀrz einstellen oder massiv einschrÀnken mussten. Die Zahl der seitdem erneut vertriebenen Gaza-Einwohner war zuletzt von den UN auf rund eine halbe Million geschÀtzt worden.
Kaum noch Trinkwasser und Strom
Die Hilfsorganisation Oxfam teilte mit, es gebe "kaum noch sauberes Trinkwasser, da Anlagen bombardiert wurden oder nicht mehr funktionieren, seit die letzten verbleibenden Stromleitungen gekappt wurden, die fĂŒr den Betrieb der sanitĂ€ren Anlagen benötigt werden". Notstromaggregate seien wegen erschöpfter TreibstoffvorrĂ€te nur selten in Betrieb. "Die Preise fĂŒr die wenigen verfĂŒgbaren Lebensmittel sind in die Höhe geschnellt, viele Menschen sind von extremem Hunger bedroht."
Israel wirft der Hamas vor, sie habe sich HilfsgĂŒter mit Gewalt angeeignet und verkaufe diese zu ĂŒberhöhten Preisen an die Zivilbevölkerung.
Menschen leben in Angst und Schrecken
Clemence Lagouardat, Oxfams Koordinatorin fĂŒr humanitĂ€re Hilfe in Gaza, sagte: "Es ist schwer vorstellbar, wie schrecklich die Lage im Gazastreifen ist. Unsere Mitarbeiter und Partner erleben tĂ€glich Szenen der Verzweiflung. Die Menschen leben in Angst und Schrecken und fĂŒrchten um ihr Leben."
Die letzte Waffenruhe-Phase endete, nachdem sich Israel und die Terrororganisation Hamas nicht auf die ModalitĂ€ten fĂŒr die nĂ€chste Phase hatten einigen können.
Im Gazastreifen werden nach israelischen Angaben noch 24 Geiseln festgehalten sowie die Leichen von 35 EntfĂŒhrten. Israel will mit den neuen Angriffen den Druck auf die Hamas erhöhen, damit diese einer Freilassung weiterer Geiseln zustimmt. Diese werden nach Angaben freigelassener Verschleppter von ihren EntfĂŒhrern unter grausamsten UmstĂ€nden festgehalten.

