WHO-Chef fordert bei Sondersitzung erneut Feuerpause im Gazastreifen
10.12.2023 - 17:39:00"Die Folgen des Konflikts auf die Gesundheit sind katastrophal", sagte er zum Auftakt einer Sondersitzung des WHO-Exekutivrats in Genf. Der Rat nahm am Abend ohne Abstimmung eine Resolution an, die unter anderem eine Ausweitung der humanitÀren Hilfslieferungen fordert. Die USA, Deutschland und andere LÀnder bemÀngelten, dass der Terroranschlag auf Israel am 7. Oktober in dem Text nicht erwÀhnt und verurteilt wird.
Tedros verurteilte den Angriff palÀstinensischer Terroristen auf Israel am 7. Oktober, bei dem rund 1200 Menschen getötet und misshandelt und mehr als 240 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden. Er verstehe die Wut, Trauer und Angst in Israel nach den AnschlÀgen. Er verstehe auch die Wut, Trauer und Angst der Bevölkerung des Gazastreifens, die bereits 16 Jahre unter einer Blockade durch Israel gelitten hÀtten und nun die Zerstörung ihrer Familien, ihrer Wohnungen und ihres Lebens erlebten. Er forderte erneut eine humanitÀre Feuerpause, um den Menschen helfen zu können.
Israel erklÀrte Hamas nach den AnschlÀgen den Krieg. Seitdem sind nach Angaben der PalÀstinenserbehörden mehr als 17 000 Menschen im Gazastreifen ums Leben gekommen. 1,9 Millionen der rund 2,2 Millionen Einwohner wurden vertrieben, zehntausende HÀuser zerstört.
Die aus Ramallah im besetzten Westjordanland zugeschaltete palĂ€stinensische Gesundheitsministerin Mai al-Kaila rief die Weltgemeinschaft auf, alles zu tun, um den brutalen Krieg zu beenden. Israel mĂŒsse fĂŒr die Zerstörung und Angriffe von KrankenhĂ€usern zur Rechenschaft gezogen werden.
Israel tue alles, um Zivilisten zu verschonen, sagte die israelische Botschafterin Meirav Eilon Shahar. Sie machte Hamas fĂŒr die verheerenden ZustĂ€nde verantwortlich. Hamas-Terroristen versteckten sich in KrankenhĂ€usern und Schulen und missbrauchten Zivilisten als menschliche Schilde. Die Sitzung des Exekutivrats sei ĂŒberflĂŒssig. Das spiele nur der Hamas in die HĂ€nde, die sich durch die ungerechtfertigten Verurteilungen Israel beflĂŒgelt sĂ€hen.
Der Exekutivrat ist das höchste Entscheidungsgremium der WHO zwischen den Jahrestagungen. Darin sind 34 LĂ€nder vertreten, die fĂŒr jeweils drei Jahre gewĂ€hlt werden. 17 der 34 hatten die Sondersitzung beantragt und eine Resolution vorgeschlagen, ĂŒber die am Sonntag abgestimmt werden sollte. Deutschland ist zur Zeit nicht Mitglied.

