IAEA-Resolution drÀngt Iran zu Kooperation mit Atominspektoren
05.06.2024 - 18:04:51Es sei "unerlĂ€sslich und dringend", dass Teheran gefundene Spuren von Nuklearmaterial in ehemals geheimen Anlagen erklĂ€re, heiĂt es in einer Resolution, die am Mittwoch in Wien verabschiedet wurde. In dem von Deutschland, Frankreich und GroĂbritannien formulierten Text wurde auch verlangt, dass IAEA-Inspektoren den nötigen Zugang zu Dokumenten, Informationen und Orten erhalten.
Nach Angaben mehrerer Diplomaten unterstĂŒtzten 20 LĂ€nder im Gouverneursrat die Resolution. Russland und China stimmten dagegen. 12 enthielten sich der Stimme.
IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi sei derzeit "nicht in der Lage, diesem Gouverneursrat und der internationalen Gemeinschaft Gewissheit zu geben, dass Irans Atomprogramm ausschlieĂlich friedlichen Zwecken dient", hieĂ es in einer gemeinsamen ErklĂ€rung Deutschlands, Frankreichs und GroĂbritanniens. Falls der Iran nicht kooperiert, drohten die drei Staaten Teheran indirekt damit, den UN-Sicherheitsrat einzuschalten.
Die IAEA versucht seit mehreren Jahren vergeblich zu klĂ€ren, ob der Iran sein gesamtes Nuklearprogramm offengelegt hat. Vor einem Jahr einigte sich die Islamische Republik mit der IAEA, diese Themen kĂŒnftig im "Geist der Zusammenarbeit" abzuarbeiten. Doch seitdem gab es keine Fortschritte. Zuletzt hat der Tod von PrĂ€sident Ebrahim Raisi und AuĂenminister Hussein Amirabdollahian fĂŒr die Absage von geplanten technischen GesprĂ€chen gesorgt.
In der offiziellen Nuklear-Strategie des Iran sind keine Atomwaffen vorgesehen. Zuletzt hatten jedoch mehrere iranische Vertreter mit Aussagen zur möglichen Ănderung dieser Doktrin und zu Irans FĂ€higkeiten zum Bau solcher Waffen aufhorchen lassen. Grossi hat wiederholt darauf hingewiesen, dass das Land Uran mit einem beinahe waffentauglichen Reinheitsgrad herstellt.

