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E-Patientenakte droht Bruchlandung

22.07.2025 - 13:53:19

Der HausÀrzteverband warnt vor einem Scheitern der elektronischen Patientenakte (ePA) und fordert von den Krankenkassen eine bessere AufklÀrung.

"Die Zahl der aktiven Nutzer ist ernĂŒchternd. Wenn die Verantwortlichen weiter machen wie bisher, dann wird eines der wichtigsten versorgungspolitischen Projekte der letzten Jahre langsam, aber sicher scheitern", sagte der Bundesvorsitzende des HausĂ€rzteverbandes, Markus Beier, der "Rheinischen Post". Es drohe "eine Bruchlandung".

Hintergrund ist, dass Millionen Versicherte fĂŒr sie eingerichtete E-Akten bisher noch nicht aktiv nutzen, um eigene Gesundheitsdaten anzusehen oder auch sensible Inhalte zu sperren. Nach einer Reform der Ampel-Koalition haben 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten seit Januar eine ePA von der Kasse bekommen. Dabei gilt: Wer keine möchte, muss aktiv widersprechen. Und: Man kann in seine ePA hineinschauen, muss es aber auch nicht.

Registrierung fĂŒr ePA-Nutzung zu kompliziert?

Der Betrieb in Praxen und Kliniken wird derzeit bundesweit ausgedehnt- ab Oktober sind sie dann auch verpflichtet, wichtige Daten in dieePA einzustellen. Beier wies auf Probleme hin, etwa einen komplizierten Registrierungsprozess und störanfĂ€llige Technik. Die meisten Patienten hĂ€tten auch noch kaum etwas von der ePA mitbekommen. "Die Krankenkassen sind aufgefordert, ihre riesigen Verwaltungsbudgets dafĂŒr zu nutzen, endlich eine vernĂŒnftige AufklĂ€rung ihrer Versicherten sicherzustellen." Bislang hĂ€tten sie sich darauf beschrĂ€nkt, Briefe mit allgemeinen Informationen zu verschicken.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklĂ€rte, fĂŒr eine Bruchlandung der ePA wĂ€ren niedergelassene Ärzte und Kliniken selbst verantwortlich. "Schließlich mĂŒssen sie die Daten der Patienten einpflegen", sagte Vorstand Eugen Brysch. "Versicherte können nur Inhalte steuern, die da sind." Eine Informationspflicht liege außerdem auch bei den Leistungserbringern, nicht nur bei den Kassen.

Millionen nutzen ePA noch nicht aktiv

Millionen Versicherte nutzen ihre ePA noch nicht fĂŒr sich selbst, wie es auf Anfrage bei großen Kassen hieß. Bei der Techniker Krankenkasse sind elf Millionen E-Akten angelegt, aktiv nutzen sie 750.000 Versicherte. Die Barmer hat 7,8 Millionen angelegte ePAs und etwa 250.000 aktive Nutzer. Zur ersten Verwendung der App muss man sich generell zunĂ€chst identifizieren und freischalten lassen. Bei den elf Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) mit 25,8 Millionen bestehenden E-Akten haben bisher 200.000 Versicherte dafĂŒr eine persönliche Gesundheits-ID angelegt, die ihnen den Zugriff ermöglicht.

@ dpa.de