Ausbildungsmarkt erholt sich - Aber noch nicht auf Vor-Corona-Niveau
13.12.2023 - 15:08:50 | dpa.deSo wurden in diesem Jahr bundesweit 489 200 duale AusbildungsvertrĂ€ge neu abgeschlossen - 14 000 oder 3,0 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Bundesinstitut fĂŒr Berufsbildung (BIBB) am Mittwoch in Bonn mitteilte. Seit 2020 sei die Zahl der neuen AusbildungsvertrĂ€ge damit zwar um rund 21 700 oder 4,6 Prozent gestiegen. Insgesamt liege die Zahl der NeuabschlĂŒsse aber immer noch um 35 900 VertrĂ€ge oder 6,8 Prozent unter dem Niveau von 2019.
Nach den RĂŒckgĂ€ngen der vergangenen Jahren stieg die Nachfrage nach einer dualen Ausbildung in diesem Jahr den Angaben zufolge um 17 300 auf 552 900. Und auch das Angebot an Ausbildungsstellen erhöhte sich um 18 600 auf 562 600 - womit zum zweiten Mal in Folge das Angebot die Nachfrage der Jugendlichen ĂŒbertraf. Die Daten stammen nach BIBB-Angaben aus einer eigenen Erhebung neu abgeschlossener AusbildungsvertrĂ€ge zum Stichtag 30. September sowie aus der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur fĂŒr Arbeit.
Abgesehen von den reinen Stellenzahlen stellten die Experten auch fest, dass Jugendliche und Unternehmen immer schwieriger zueinander fÀnden. So sei sowohl der Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen als auch der erfolglos suchenden Jugendlichen gestiegen. Insgesamt blieben den Angaben zufolge in diesem Jahr rund 73 400 oder 13,4 Prozent der Ausbildungsstellen unbesetzt. Das sei ein neuer Höchstwert. Auf der anderen Seite blieben 63 700 oder 11,5 Prozent der Jugendlichen bei ihrer Suche nach einer Ausbildung erfolglos.
Um diese Quoten zu senken, muss nach Ansicht von BIBB-PrĂ€sident Friedrich Hubert Esser die Berufsorientierung Jugendliche besser erreichen und die MobilitĂ€t von Auszubildenden stĂ€rker unterstĂŒtzt werden. "Auch Klein- und Kleinstbetriebe brauchen mehr UnterstĂŒtzung, wenn es um die jugendgerechte Akquise von SchulabgĂ€ngerinnen und SchulabgĂ€ngern geht, vor allem bei der digitalen Kommunikation in den sozialen Netzwerken", sagte Esser.
Einer weiteren BIBB-Studie auf Basis von Angaben von rund 1600 Ausbildungsbetrieben zufolge nutzten die Unternehmen im vergangenen Jahr im Schnitt fĂŒnf bis sechs RekrutierungskanĂ€le, um an Azubis zu kommen. Ganz vorne lĂ€gen dabei indirekte KanĂ€le wie Arbeitsagenturen (75 Prozent) oder soziale Medien. Die Studie kommt dabei zu dem Schluss: Viele indirekte RekrutierungskanĂ€le fĂŒhrten zwar zu vielen Bewerbungen. Das Risiko, AusbildungsplĂ€tze nicht besetzen zu können, sinke dadurch aber nicht. "Als erfolgversprechender erweisen sich hauptsĂ€chlich direkte, persönliche Wege fĂŒr die Suche nach zukĂŒnftigen Auszubildenden", erklĂ€rte das BIBB.
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