Inflation, Deutschland

Inflation steigt auf höchsten Stand seit Januar 2024

12.05.2026 - 08:47:13 | dpa.de

Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland stark verteuert. Im April stieg die Inflationsrate fast auf drei Prozent. Vor allem in einem Bereich haben die Preise stark angezogen.

  • Die KĂ€mpfe im Nahen Osten haben die Spritpreise deutlich anziehen lassen. (Archivbild) - Foto: Thomas Warnack/dpa
    Die KĂ€mpfe im Nahen Osten haben die Spritpreise deutlich anziehen lassen. (Archivbild) - Foto: Thomas Warnack/dpa
  • Die Sorge ist groß, dass teure Energiepreise auch die Lebensmittelpreise hochtreibt. - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
    Die Sorge ist groß, dass teure Energiepreise auch die Lebensmittelpreise hochtreibt. - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
  • Kellner im Restaurant. Die Preise fĂŒr Dienstleistungen ziehen an. - Foto: Jonas Walzberg/dpa
    Kellner im Restaurant. Die Preise fĂŒr Dienstleistungen ziehen an. - Foto: Jonas Walzberg/dpa
  • Kellner im Restaurant: Die Preise fĂŒr Dienstleistungen ziehen an. - Foto: Jonas Walzberg/dpa
    Kellner im Restaurant: Die Preise fĂŒr Dienstleistungen ziehen an. - Foto: Jonas Walzberg/dpa
Die KĂ€mpfe im Nahen Osten haben die Spritpreise deutlich anziehen lassen. (Archivbild) - Foto: Thomas Warnack/dpa Die Sorge ist groß, dass teure Energiepreise auch die Lebensmittelpreise hochtreibt. - Foto: Julian Stratenschulte/dpa Kellner im Restaurant. Die Preise fĂŒr Dienstleistungen ziehen an. - Foto: Jonas Walzberg/dpa Kellner im Restaurant: Die Preise fĂŒr Dienstleistungen ziehen an. - Foto: Jonas Walzberg/dpa

Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland im April sprunghaft verteuert. Starke gestiegene Energiepreise trieben die Inflationsrate mit 2,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024, wie das Statistische Bundesamt vorlÀufige Berechnungen bestÀtigt. Schon im MÀrz hatte der Nahost-Krieg die Inflationsrate krÀftig auf 2,7 Prozent steigen lassen, nach 1,9 Prozent im Februar. 

«Der erneute Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs hat im zweiten Monat in Folge die Gesamtteuerung verstĂ€rkt. Besonders der anhaltende Preisdruck bei Kraftstoffen ist fĂŒr die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich spĂŒrbar», sagt Ruth Brand, PrĂ€sidentin des Statistischen Bundesamtes. Zum Vormonat MĂ€rz stiegen die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent. 

Sprit ein Viertel teurer, Heizöl gut die HÀlfte 

Im April schossen die Energiepreise wegen der rasant gestiegenen Rohölpreise um 10,1 Prozent hoch. Kraftstoffe verteuerten sich sogar um gut ein Viertel (26,2 Prozent) und leichtes Heizöl um gut die HĂ€lfe (55,1 Prozent). Strom (-4,5 Prozent), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-3,0 Prozent) und FernwĂ€rme (-1,1 Prozent) waren dagegen billiger als ein Jahr zuvor. 

Der Iran blockiert seit Wochen die Straße von Hormus, durch die Meerenge wird sonst rund ein FĂŒnftel des globalen Rohöls und FlĂŒssiggases transportiert. In der Folge hat sich Rohöl an den WeltmĂ€rkten rasant verteuert und damit Sprit. Die Bundesregierung versucht mit Entlastungspaketen wie dem Tankrabatt, einer befristeten Steuersenkung, die Kosten fĂŒr Autofahrer zu senken. 

Schokolade deutlich teurer, Butter billiger 

Die Preise fĂŒr Lebensmittel zogen im April leicht mit plus 1,2 Prozent an. SpĂŒrbar teurer waren etwa Zucker, Marmelade, Honig und anderen SĂŒĂŸwaren (plus 6,6 Prozent), darunter Schokolade mit 9,7 Prozent. Kostspieliger wurden auch Fleisch und Obst (je plus 3,6 Prozent). 

Dagegen sanken die Preise fĂŒr Speisefette und Speiseöle (-13,9 Prozent, darunter Butter: -25,4 Prozent und Olivenöl: -8,9 Prozent). Zudem verbilligten sich Kartoffeln (-14,4 Prozent), wĂ€hrend die Preise fĂŒr Eier um fast 15 Prozent stiegen. Auch Waren wie Kaffee, Tee und Kakao mit 11,2 Prozent wurden teurer sowie Tabak (plus 6,2 Prozent). Billiger wurde Unterhaltungselektronik (-6,1 Prozent). 

Pauschalreisen etwas erschwinglicher 

Dienstleistungen verteuerten sich im April um 2,8 Prozent zum Vorjahresmonat, allerdings weniger als im MĂ€rz. So stiegen die Preise fĂŒr Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 5,0 Prozent), Restaurantbesuche (plus 3,2 Prozent) und die Nettokaltmieten (plus 1,8 Prozent). Nur wenige Dienstleistungen waren gĂŒnstiger, darunter Pauschalreisen (-3,5 Prozent). 

Preisschub bald fĂŒr alle Lebensbereiche? 

Der Preisschub sei bisher nicht breit angelegt, sagte Silke Tober, Inflationsexpertin des Instituts fĂŒr Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. So sei die Inflation bei Dienstleistungen zurĂŒckgegangen und der Anstieg der Nahrungsmittelpreise moderat. «Gelingt eine Beendigung des Iran-Kriegs und die Öffnung der Straße von Hormus in den kommenden Wochen, dĂŒrfte der Rohölpreis deutlich fallen und mit ihm die Inflation.» 

Weil teure Energie bei Unternehmen die Produktions- und Transportkosten hochtreibt, ist aber die Sorge groß, dass der Iran-Krieg die gesamte Wirtschaft erfasst und auch die Preise fĂŒr Lebensmittel und Dienstleistungen hochschießen. Nach Daten des Ifo-Instituts will eine wachsende Zahl von Firmen die Preise anheben, etwa in der Gastronomie und im Einzelhandel.

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