Netanjahu, GesprÀch

Netanjahu kritisiert bei GesprÀch mit Putin russische Haltung zu Gaza

10.12.2023 - 15:55:00

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat im GesprĂ€ch mit Kremlchef Wladimir Putin Kritik an der russischen Haltung im Gaza-Krieg geĂŒbt.

Netanjahus BĂŒro teilte am Sonntag mit, der MinisterprĂ€sident habe seine Unzufriedenheit ĂŒber Positionen russischer ReprĂ€sentanten bei den Vereinten Nationen sowie in anderen internationalen Foren geĂ€ußert. Netanjahu habe außerdem "nachdrĂŒckliche Kritik an der gefĂ€hrlichen Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran zum Ausdruck gebracht".

Der israelische Regierungschef habe dem Kremlchef außerdem gesagt, dass "jedes Land, das eine so bösartige Terrorattacke erfahren hĂ€tte wie Israel, nicht weniger heftig reagiert" hĂ€tte.

Gleichzeitig Ă€ußerte Netanjahu demnach Anerkennung fĂŒr den Einsatz Russlands fĂŒr die Freilassung von Israelis mit russischer Staatsangehörigkeit aus der Geiselhaft der islamistischen Hamas. Er bat Putin außerdem darum, dass Russland Druck auf das Rote Kreuz ausĂŒben möge, mit dem Ziel, dass dessen ReprĂ€sentanten israelische Geiseln besuchen und ihnen Medikamente ĂŒberbringen.

Israelische Medien berichteten, Netanjahu habe fĂŒr das 50-minĂŒtige Telefonat mit Putin die Kabinettssitzung verlassen. Das letzte GesprĂ€ch hatte demnach am 17. Oktober stattgefunden. Vom Kreml gab es zunĂ€chst keine Bekanntmachung zu dem Telefonat am Sonntag.

Russland hatte Israel damals vor einer Bodenoffensive im Gazastreifen gewarnt. Es drohten eine Ausweitung des Konflikts mit "fĂŒrchterlichen Folgen fĂŒr die gesamte Region" und einer noch grĂ¶ĂŸeren humanitĂ€ren Katastrophe, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow damals. Putin, der selbst einen zerstörerischen Krieg gegen die Ukraine fĂŒhrt, forderte im Telefonat mit Netanjahu eine Feuerpause zum Schutz von Zivilisten.

Russland hat nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober vor allem die USA kritisiert und deren Versuche einer Konfliktlösung im Nahen Osten fĂŒr gescheitert erklĂ€rt. Sich selbst hat Moskau in dem Konflikt mehrfach als Vermittler angeboten, da es eigenen Angaben zufolge sowohl traditionell gute Beziehungen zur arabischen Welt als auch zu Israel unterhalte. Russland fordert dabei eine Zweistaatenlösung in der Region.

@ dpa.de