Paketbranche, Jahren

Paketbranche binnen zehn Jahren stark gewachsen

09.11.2023 - 08:19:06

Der jahrelange Boom des Onlinehandels hat die Nachfrage und die UmsÀtze in der Paketbranche deutlich steigen lassen.

Im Jahr 2021 wÀhrend der Covid-19-Pandemie setzte die Branche der Post-, Kurier- und Expressdienste rund 64,2 Milliarden Euro um, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. Damit hat sich der nominale Umsatz binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Im Jahr 2011 hatte der Umsatz der Post- und Paketdienstleister noch bei 28,1 Milliarden Euro gelegen. Gleichwohl verdienen FachkrĂ€fte, also BeschĂ€ftigte, die ĂŒblicherweise eine zwei- bis dreijĂ€hrige Berufsausbildung durchlaufen haben, bei Post- und Zustelldiensten weniger als FachkrĂ€fte in der Gesamtwirtschaft: Durchschnittlich 2.719 Euro brutto (ohne Sonderzahlungen) im Monat verdienten vollzeitbeschĂ€ftigte FachkrĂ€fte im April 2022. Damit erhielten FachkrĂ€fte in diesem Bereich durchschnittlich gut 20 Prozent weniger als FachkrĂ€fte in der Gesamtwirtschaft (3.411 Euro brutto im Monat). In der Post- und Paketbranche arbeiten ErwerbstĂ€tige nicht nur zu vergleichsweise geringen Verdiensten, sondern oft auch zu unĂŒblichen Zeiten: Im Jahr 2022 arbeiteten nach Ergebnissen des Mikrozensus 57 Prozent der ErwerbstĂ€tigen in diesem Bereich auch an Wochenenden. Der Anteil ist wesentlich höher als in der Wirtschaft insgesamt: Über alle Branchen hinweg gingen 30 Prozent der ErwerbstĂ€tigen auch an Wochenenden ihrer BeschĂ€ftigung nach. Jeder siebte ErwerbstĂ€tige (14 Prozent) bei Post-, Kurier- und Expressdiensten arbeitete 2022 zudem nachts zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens. Zum Vergleich: Insgesamt leistete jeder zehnte ErwerbstĂ€tige (zehn Prozent) Nachtarbeit. Dagegen war die Arbeit in den Abendstunden zwischen 18 Uhr und 23 Uhr bei Post-, Kurier- und Expressdiensten mit einem Anteil von 19 Prozent der ErwerbstĂ€tigen weniger verbreitet als im Durchschnitt aller Branchen (28 Prozent). Vergleichsweise hĂ€ufig sind ErwerbstĂ€tige in der Post- und Paketbranche auch atypisch beschĂ€ftigt - das heißt entweder befristet, in Teilzeit mit weniger als 21 Wochenstunden, geringfĂŒgig beschĂ€ftigt oder in Zeitarbeit, so das Bundesamt weiter. 2022 traf dies auf 29 Prozent der KernerwerbstĂ€tigen bei Post-, Kurier- und Expressdiensten zu. KernerwerbstĂ€tige sind alle ErwerbstĂ€tigen zwischen 15 und 64 Jahren, die weder in Ausbildung noch in einem Freiwilligendienst sind. Über alle Branchen hinweg lag der Anteil der atypisch BeschĂ€ftigten bei gut 19 Prozent der KernerwerbstĂ€tigen. 17 Prozent der KernerwerbstĂ€tigen bei Post-, Kurier- und Expressdiensten arbeiteten 2022 in Teilzeit mit weniger als 21 Wochenstunden. Bei den KernerwerbstĂ€tigen aller Branchen waren es dagegen elf Prozent. Der Anteil der befristet BeschĂ€ftigten an den KernerwerbstĂ€tigen war bei Post- und Paketdienstleistern mit zwölf Prozent sogar doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Branchen mit gut sechs Prozent. In der Post- und Paketbranche arbeiteten im vergangenen Jahr anteilig auch deutlich mehr Menschen mit auslĂ€ndischer Staatsangehörigkeit als in der Wirtschaft insgesamt: 41 Prozent hatten 2022 eine auslĂ€ndische Staatsangehörigkeit, wĂ€hrend es unter allen ErwerbstĂ€tigen 17 Prozent waren. Der wachsende Bedarf an Paketdienstleistungen spiegelt sich auch in der steigenden Zahl der ErwerbstĂ€tigen in der Branche wider: Bei den Post-, Kurier- und Expressdiensten stieg ihre Zahl nach Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen binnen zehn Jahren um 24 Prozent auf rund 553.000 Personen im Jahr 2021. Damit wuchs der Personalbestand der Branche deutlich stĂ€rker als die ErwerbstĂ€tigenzahl in der deutschen Wirtschaft insgesamt, in der es im selben Zeitraum gut acht Prozent mehr ErwerbstĂ€tige gab.

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