Deutschlandticket soll 2027 auf 66,90 Euro steigen
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Preis des Deutschlandtickets für das kommende Jahr soll an diesem Mittwoch festgelegt werden. Im Koordinierungsrat Deutschlandticket beraten Bund, Länder, kommunale Spitzenverbände und die Verkehrsbranche abschließend über die neue Höhe.
66,90 Euro im Gespräch
Nach Informationen der „Rheinischen Post“ aus dem Umfeld des Gremiums ist ein monatlicher Preis von 66,90 Euro möglich. Derzeit kostet das Deutschlandticket 63 Euro.
Die Beratungen sind noch nicht abgeschlossen. Berechnet wird der Preis anhand eines Kostenindex, der unter anderem Personal-, Energie- und Betriebskosten berücksichtigt.
Fahrgastverband kritisiert weitere Belastung
Der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Detlef Neuß, sagte der Zeitung: „Es reicht jetzt erst mal.“ Einen weiteren Anstieg nehme der Verband „zähneknirschend“ hin. Angesichts des Tankrabatts für Autofahrer sei stattdessen nötig, „dass es auch einen Rabatt für Nutzer des Deutschlandtickets gibt.“
Verkehrsbranche verweist auf Vorlauf
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen betonte, die Festlegung sei nun erforderlich. Für Kundeninformation und die Umstellung des Vertriebs würden rund drei Monate benötigt, sagte ein Sprecher.
Der mögliche Anstieg von 63 auf 66,90 Euro würde das Deutschlandticket um 3,90 Euro im Monat verteuern. Das entspricht rund 6,2 Prozent. Für ein Jahr gerechnet würden Nutzer damit 46,80 Euro mehr bezahlen, sofern der genannte Betrag beschlossen wird.
Der Preis ist nicht frei von den Verkehrsunternehmen festgelegt. Maßgeblich ist ein Kostenindex, der unter anderem Personal-, Energie- und Betriebskosten abbildet. Damit werden steigende Aufwendungen im öffentlichen Verkehr teilweise auf die Abonnenten übertragen. Zugleich muss der Preis so festgelegt werden, dass Verkehrsunternehmen ihre Tarife und Vertriebssysteme rechtzeitig anpassen können.
Finanzierung bleibt zentral
Das Deutschlandticket verbindet seit seiner Einführung den Nah- und Regionalverkehr bundesweit zu einem einheitlichen Monatspreis. Seine politische Wirkung hängt deshalb nicht nur vom Ticketpreis, sondern auch von der Finanzierung des Angebots und der Qualität des Nahverkehrs ab. Ein höherer Eigenanteil kann die öffentliche Finanzierung entlasten, erhöht aber die monatliche Belastung für Pendler, Auszubildende und Menschen mit regelmäßigen Fahrten.
Der Hinweis von Pro Bahn auf einen Rabatt für Ticketnutzer verweist auf die unterschiedliche Behandlung von Auto- und ÖPNV-Verkehr. Während ein Tankrabatt direkt die Kraftstoffkosten senkt, würde ein vergünstigtes Deutschlandticket die Nachfrage nach Bus und Bahn fördern. Für Kunden ist neben der endgültigen Höhe entscheidend, ob der Preis dauerhaft planbar bleibt und ob die Verkehrsleistung mit den zusätzlichen Einnahmen Schritt hält.
