Kreml wirft Nato-GeneralsekretÀr Stoltenberg Provokation vor
18.09.2024 - 14:58:41"Dieser zur Schau gestellte Wille, die ĂuĂerungen des russischen PrĂ€sidenten nicht ernst zu nehmen, ist ein kurzsichtiger und unprofessioneller Schritt", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge. Solch eine Haltung sei "zutiefst provokant und gefĂ€hrlich", warnte er.
Seiner Ansicht nach seien Stoltenbergs ĂuĂerungen auch auf dessen baldigen Abschied als GeneralsekretĂ€r des westlichen MilitĂ€rbĂŒndnisses zurĂŒckzufĂŒhren, entgegnete Peskow nun. SchlieĂlich trage der Norweger ab dem 1. Oktober keine weitere Verantwortung mehr fĂŒr die Folgen einer solchen Auseinandersetzung.
Stoltenberg sieht keine Eskalation durch Langstreckenraketen
Stoltenberg hatte zuvor der britischen Tageszeitung "The Times" gesagt, dass der Einsatz von Raketen mit lĂ€ngerer Reichweite die Nato nicht in den Konflikt mit Russland hineinziehen wĂŒrde. "Es ist falsch zu sagen, dass die Nato-VerbĂŒndeten in den Konflikt hineingezogen wĂŒrden, wenn sie den Einsatz der Waffen gegen legitime Ziele auf russischem Gebiet zulassen", so der Norweger. "Nordkorea und der Iran leisten erhebliche militĂ€rische UnterstĂŒtzung und stellen Russland Raketen und Drohnen zur VerfĂŒgung, ohne dass sie direkt in den Konflikt verwickelt werden."
Der Nato-GeneralsekretĂ€r betonte, dass es schon viele rote Linien gegeben habe, die der russische PrĂ€sident Wladimir Putin gezogen habe und nicht eskalieren lieĂ. "Er hat das nicht getan, weil er weiĂ, dass die Nato das stĂ€rkste MilitĂ€rbĂŒndnis der Welt ist", sagte Stoltenberg.
Putin droht dem Westen
Putin hatte in der vergangenen Woche in der Debatte um die Freigabe weitreichender Waffen an die Ukraine dem Westen gedroht. So sagte der Kremlchef, dass der Einsatz weitreichender westlicher PrÀzisionswaffen gegen Ziele tief auf russischem Territorium als Kriegsbeteiligung der Nato zu werten sei. "Das wird bedeuten, dass die LÀnder der Nato, die USA, die europÀischen LÀnder mit Russland kÀmpfen", sagte der Kremlchef auf die Frage eines Journalisten des Staatsfernsehens in St. Petersburg. Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja verwies im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf Russlands Atomwaffen.
Die Ukraine fĂŒhrt seit zweieinhalb Jahren einen Abwehrkampf gegen eine groĂangelegte russische Invasion und erhĂ€lt dabei auch massive UnterstĂŒtzung aus dem Westen. Bislang haben die USA und andere westliche Staaten sich der Forderung Kiews aber verweigert, eine Freigabe ihrer Waffen fĂŒr SchlĂ€ge tief gegen russisches Gebiet zu erteilen. Die ukrainische FĂŒhrung begrĂŒndet diese Forderung damit, dass von dort aus russische Bomber und Kampfjets starten, die regelmĂ€Ăig verheerende Angriffe gegen ukrainisches Gebiet fĂŒhren und dabei auch zivile Ziele unter Beschuss nehmen.

