Russland, Nato

Russland wirft Nato 'kriegerische Ekstase' um Ukraine vor

27.05.2024 - 18:47:36

Der Kreml hat Nato-GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg vorgeworfen, bei der Diskussion um eine Aufhebung von einigen BeschrĂ€nkungen fĂŒr einen Einsatz westlicher Waffen gegen Ziele in Russland in eine "kriegerische Ekstase" zu verfallen.

"Die Nato erhöht den Grad der Eskalation, die Nato spielt mit Kriegsrhetorik und verfÀllt in kriegerische Ekstase", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Medien bei einem Staatsbesuch von PrÀsident Wladimir Putin in der usbekischen Hauptstadt Taschkent am Montag.

Peskow reagierte auf Äußerungen Stoltenbergs, wonach die Mitgliedsstaaten ĂŒberdenken sollten, einige BeschrĂ€nkungen fĂŒr den Einsatz westlicher Waffen gegen Ziele in Russland aufzuheben. "Nach internationalem Recht schließt das Recht auf Selbstverteidigung das Recht ein, legitime militĂ€rische Ziele außerhalb der Ukraine anzugreifen. Das ist ein Teil der Selbstverteidigung", so Stoltenberg. Als Beispiel eines möglichen Einsatzes westlicher Waffen nannte er die ukrainische Region Charkiw, wo die Frontlinie und die Grenze zu Russland mehr oder weniger zusammenfielen.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj fordert immer wieder, dass die EinschrĂ€nkungen der USA und anderer westlicher VerbĂŒndeter fĂŒr den Einsatz der an Kiew gelieferten Waffen aufgehoben werden sollten. Selenskyj will so Stellungen des Aggressors auf russischem Gebiet effektiver bekĂ€mpfen lassen. Bisher setzt die Ukraine fĂŒr Angriffe auf Russland eigene Waffen ein, vor allem Drohnen. Die westlichen Raketen etwa werden hauptsĂ€chlich fĂŒr Angriffe auf russische Stellungen in den besetzten ukrainischen Gebieten genutzt, um diese zu befreien.

Zuletzt hĂ€uften sich international Stimmen, die westlichen Waffen auch fĂŒr Angriffe auf Ziele in Russland zuzulassen. Moskau warnt im Gegenzug immer wieder vor einer Eskalation der Gewalt in dem Krieg, den Putin vor mehr als zwei Jahren am 24. Februar 2022 begonnen hatte. Kremlsprecher Peskow sagte auch, dass die Nato schon jetzt direkt beteiligt sei an dem Konflikt. Russland setze daher seinen Krieg auch fort, um die Bedrohung durch die Nato zu stoppen.

@ dpa.de