US-Notenbank, Leitzins

US-Notenbank lÀsst Leitzins erneut unverÀndert

13.12.2023 - 20:36:04

Der Leitzins ist in den USA so hoch wie seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht. Und das bleibt er vorerst auch. Doch fĂŒr das kommende Jahr stellt die Fed Zinssenkungen in Aussicht.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) belÀsst den Leitzins zum dritten Mal in Folge unverÀndert auf hohem Niveau. Er liegt weiterhin in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent, wie der Zentralbankrat in Washington mitteilte. Zu diesem Satz können sich GeschÀftsbanken Zentralbankgeld leihen. Es ist der höchste Wert seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Die neue Wirtschaftsprognose der Fed deutet darauf hin, dass im kommenden Jahr die Zinsen wieder gesenkt werden - und das sogar stÀrker als bisher prognostiziert.

Seit MĂ€rz 2022 hat die Fed ihren Leitzins im Kampf gegen die hohen Verbraucherpreise um mehr als fĂŒnf Prozentpunkte angehoben. Die rasante Teuerung war unter anderem vom Anstieg der Energiepreise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ausgelöst worden. Die Inflation ist zwar weiter höher als von der Fed angepeilt, schwĂ€cht sich aber ab.

Das US-Arbeitsministerium teilte am Dienstag mit, dass sich der Preisauftrieb in den USA im November weiter leicht abgeschwĂ€cht habe. Die Verbraucherpreise seien gegenĂŒber dem Vorjahresmonat um 3,1 Prozent gestiegen. Im Oktober hatte die Rate bei 3,2 Prozent gelegen.

Kampf gegen die Inflation

Die Inflation im Zaum zu halten, ist die klassische Aufgabe der Notenbanken. Die Fed strebt mittelfristig eine PreisstabilitĂ€t bei einer Inflationsrate von 2 Prozent an. Nun hat die US-Notenbank neue SchĂ€tzungen zur Teuerungsrate veröffentlicht. Sie rechnet im kommenden Jahr mit einer geringfĂŒgig niedrigeren Inflationsrate als zuvor angenommen. Die Teuerungsrate soll durchschnittlich bei 2,4 Prozent (September: 2,5) liegen. FĂŒr das Jahr 2023 geht die Fed von einer Inflationsrate von 2,8 Prozent (September: 3,3) aus.

Die Kerninflation, also ohne BerĂŒcksichtigung von Lebensmittel- und Energiepreisen, soll dieses Jahr bei 3,2 Prozent liegen und im kommenden Jahr bei 2,4 Prozent. Die Notenbanker schauen in ihrer Analyse besonders auf diesen Wert. Er gibt den allgemeinen Preistrend nach Meinung von Fachleuten besser wieder als die Gesamtrate, da schwankungsanfĂ€llige Komponenten herausgerechnet werden.

Alles eine Frage der Balance

Die Fed dreht im Kampf gegen die hohen Verbraucherpreise an der Zinsschraube, um die Nachfrage auszubremsen. Steigen die Zinsen, mĂŒssen Privatleute und Wirtschaft mehr fĂŒr Kredite ausgeben - oder leihen sich weniger Geld. Das Wachstum nimmt ab, Unternehmen können höhere Preise nicht unbegrenzt weitergeben - und idealerweise sinkt die Inflationsrate. Gleichzeitig besteht aber die Gefahr, die Wirtschaft abzuwĂŒrgen. Die richtige Balance zu finden, ist die große Herausforderung fĂŒr Zentralbanker. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass das WeihnachtsgeschĂ€ft die Wirtschaft nun zusĂ€tzlich ankurbeln könnte.

Die Fed sagt nun fĂŒr kommendes Jahr ein geringfĂŒgig niedrigeres Wirtschaftswachstum voraus als noch vor drei Monaten angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft wird demnach 2024 um 1,4 Prozent wachsen. Das wĂ€ren 0,1 Prozentpunkte weniger als noch im September prognostiziert.

Fed-Chef Jerome Powell hat immer wieder deutlich gemacht, dass die Notenbank nicht zu frĂŒh den Sieg im Kampf gegen die hohe Inflation erklĂ€ren dĂŒrfen. Nach der vergangenen Sitzung Anfang November sagte er daher, dass sich die Frage von Zinssenkungen aktuell nicht stelle. Die Entscheider der Fed rechnen nun fĂŒr kommendes Jahr im Mittel mit einem Leitzins von 4,6 Prozent (September: 5,1 Prozent).

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