Vereinzelt EngpÀsse an Geldautomaten durch Streik
02.10.2024 - 17:34:42Die Institute seien bundesweit unterschiedlich stark betroffen von den Arbeitsniederlegungen und reagierten mit unterschiedlichen MaĂnahmen auf die Streiks, teilte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes als derzeit federfĂŒhrender Verband der deutschen Kreditwirtschaft auf Anfrage mit. "In EinzelfĂ€llen kann es sein, dass Kundinnen und Kunden auf andere Geldautomaten ihres Instituts ausweichen mĂŒssen. Die Situation sollte sich aber zeitnah wieder entspannen."
Die Gewerkschaft Verdi hatte den Streik in der Branche nach dem Auftakt am Montag verlĂ€ngert. Nach der Fortsetzung am Dienstag waren auch fĂŒr Mittwoch BeschĂ€ftigten in einigen BundeslĂ€ndern zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Hintergrund sind die Lohn- und Manteltarifverhandlungen fĂŒr rund 10.000 BeschĂ€ftigte bei Geld- und Werttransportunternehmen. Auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 20. September habe die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) kein akzeptables Angebot vorgelegt, hatte Verdi kritisiert.
Branchenverband erneuert Kritik an dem Ausstand
Der Branchenverband BDGW kritisierte den Ausstand erneut. Ein Streik dieses AusmaĂes, der auch sehr kurzfristig angekĂŒndigt worden sei, sei "schon ungewöhnlich", sagte eine Sprecherin. Dass es angesichts der zunĂ€chst nicht absehbaren Ausweitung der Arbeitsniederlegungen auf drei Tage und vor einem Feiertag mit BrĂŒckentag zu EinschrĂ€nkungen komme, sei selbstverstĂ€ndlich, so die Sprecherin. Bisher habe man weder von Banken noch Mitgliedsunternehmen Hinweise auf flĂ€chendeckende EngpĂ€sse. Es könne aber sein, dass einzelne Geldautomaten in InnenstĂ€dten, die drei Tage nicht mit Bargeld beliefert werden, "irgendwann einmal leer sind".
Kreditwirtschaft: Geldabhebe-Möglichkeiten im Einzelhandel
Von der Kreditwirtschaft hieĂ es, die Kundinnen und Kunden hĂ€tten jederzeit die Möglichkeit, bargeldlos im Einzelhandel, in Restaurants oder an Tankstellen zu bezahlen. Zudem werde an vielen dieser Orte auch Bargeld ausgegeben. Die Banken und Sparkassen seien auf die Streiks vorbereitet, und ergriffen MaĂnahmen, um die Bargeldversorgung weiterhin bestmöglich sicherzustellen.
Laut Handelsverband Deutschland (HDE) sind fĂŒr den Einzelhandel bisher keine Auswirkungen absehbar. "Mit zunehmender LĂ€nge eines Streiks könnten Kunden hĂ€ufiger mit der Karte zahlen, wenn sie an Geldautomaten kein Bargeld mehr erhalten", sagte der HDE-Abteilungsleiter Logistik und Zahlungsverkehr, Ulrich BinneböĂel. Der Bargeld-Auszahlungsservice könne dann verstĂ€rkt genutzt werden, womöglich lieĂen sich aber nicht alle AuszahlungswĂŒnsche bedienen. Die Banken machten es sich jedoch zu einfach, ihre Kunden an den Einzelhandel zu verweisen. "Die Unternehmen, die eine Barauszahlung anbieten, können dies nur aus den Einnahmen heraus anbieten", so BinneböĂel.
Die Rewe-Gruppe erklÀrte auf Anfrage, es gebe bisher keine deutliche Zunahme der Bargeldauszahlungen an den Kassen der MÀrkte.

