Stihl, Trockenheit

Stihl senkt Umsatzprognose 2026 wegen Trockenheit

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 10:41 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der MotorsĂ€gen- und GerĂ€tehersteller rechnet 2026 nicht mehr mit stabilen Erlösen. Vorstandschef Michael Traub fĂŒhrt die Korrektur vor allem auf ausbleibendes Pflanzenwachstum in europĂ€ischen MĂ€rkten zurĂŒck und sieht zugleich Grenzen fĂŒr den Ausbau deutscher Werke.

Stihls Prognose und Produktionsstruktur

  • Stihl-Chef Michael Traub erwartet 2026 einen leichten UmsatzrĂŒckgang im niedrigen einstelligen Prozentsatz.
  • Der Umsatz soll damit unter den 2025 erzielten 5,48 Milliarden Euro liegen.
  • Jeweils ein Viertel der gesamten Produktion findet inzwischen in den USA und in China statt.
MotorsÀge (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Stihl erwartet 2026 sinkenden Umsatz

Stihl senkt wegen der Trockenheit seine Umsatzprognose fĂŒr 2026. Vorstandschef Michael Traub erwartet nun einen leichten RĂŒckgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich und damit Erlöse unter dem Vorjahreswert von 5,48 Milliarden Euro.

Trockenheit belastet Nachfrage

Bei der Bilanzvorstellung im Mai hatte das Unternehmen in seinem 100. JubilĂ€umsjahr noch mit einem stabilen Umsatz gerechnet. Als Hauptgrund fĂŒr die neue EinschĂ€tzung nannte Traub die Trockenheit in Europa, wo ausbleibendes Wachstum von Gras und GebĂŒsch den Bedarf an SchneidgerĂ€ten verringere.

Deutschland bleibt unter Kostendruck

Mit Blick auf den Standort Deutschland verwies Traub auf hohe LohnstĂŒckkosten. Werke mĂŒssten derzeit nicht geschlossen werden, weitere Ausweitungen seien jedoch nicht vorgesehen.

AkkugerĂ€te ließen sich nach seiner EinschĂ€tzung in Deutschland nicht wirtschaftlich fertigen. Die deutsche Produktion benzinbetriebener Profi-GerĂ€te sei dagegen nicht bedroht; einen Personalabbau sehe er derzeit ebenfalls nicht.

Produktion verteilt sich international

Stihl ist international breit aufgestellt. Jeweils ein Viertel der gesamten Produktion entfÀllt inzwischen auf die USA und China.

Traub erklĂ€rte, Stihl werde in zehn Jahren der „last man standing“ sein und als TechnologiefĂŒhrer am lĂ€ngsten durchhalten können.

Stihls Prognosekorrektur zeigt, wie stark das GeschĂ€ft mit motorisierten GartengerĂ€ten von den Wetterbedingungen abhĂ€ngt. Trockenheit wirkt dabei nicht nur auf die Landwirtschaft oder die Forstwirtschaft, sondern unmittelbar auf den privaten und professionellen Pflegebedarf: Wo Gras, Hecken und GebĂŒsch weniger wachsen, fallen Schneidarbeiten und damit Ersatz- oder ZusatzkĂ€ufe geringer aus.

FĂŒr das Unternehmen kommt der RĂŒckgang in einem Jahr, in dem Stihl ursprĂŒnglich mit stabilen Erlösen gerechnet hatte. Die Abweichung bleibt nach der derzeitigen Prognose im niedrigen einstelligen Prozentbereich, markiert aber einen Wechsel von StabilitĂ€t zu RĂŒckgang. Ausgehend vom Umsatz von 5,48 Milliarden Euro im Jahr 2025 liegt die erwartete GrĂ¶ĂŸenordnung damit im Milliardenbereich.

Standort und Produktmix

Die Aussagen von Michael Traub verbinden den Wettereinfluss mit einem strukturellen Kostenthema. Hohe LohnstĂŒckkosten erschweren insbesondere die Fertigung von AkkugerĂ€ten in Deutschland, wĂ€hrend die Produktion benzinbetriebener Profi-GerĂ€te am Standort nicht bedroht sein soll. Zugleich verteilt Stihl seine Fertigung zunehmend international: Je ein Viertel der Gesamtproduktion entfĂ€llt inzwischen auf die USA und China.

FĂŒr BeschĂ€ftigte und Zulieferer in Deutschland ist entscheidend, dass das Unternehmen nach Traubs Darstellung derzeit weder Werke schließen noch Personal abbauen muss. Die AnkĂŒndigung, dass es bei den deutschen Werken nicht mehr werden sollen, deutet jedoch auf eine Begrenzung weiterer Ausbauschritte hin. Damit treffen kurzfristige Nachfrageeffekte durch die Trockenheit und langfristige Standortentscheidungen aufeinander.

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