Ost-MinisterprÀsidenten, Bund

Ost-MinisterprÀsidenten: Bund muss Ostdeutschland stÀrken

19.03.2025 - 19:19:28

Der Osten Deutschlands muss aus Sicht der ostdeutschen MinisterprÀsidenten in einer neuen Bundesregierung personell angemessen vertreten sein.

Der Beauftragte fĂŒr Ostdeutschland mĂŒsse weiterhin mit Kabinettsrang ausgestattet sein, um die strukturellen Unterschiede zwischen Ost und West sichtbar zu halten. Die Union will die Zahl der Regierungsbeauftragten reduzieren und auf den Ostbeauftragten verzichten, die SPD möchte an dem Amt festhalten.

"Zudem erwarten wir, dass Bundesministerinnen und Bundesminister mit ostdeutschem Hintergrund berufen werden", heißt es in einer siebenseitigen gemeinsamen ErklĂ€rung der Ost-MinisterprĂ€sidenten. Diese Forderungen mĂŒssten in einem neuen Koalitionsvertrag berĂŒcksichtigt werden.

Die ErklÀrung trÀgt den Titel "Die Zukunftsregion Ostdeutschland gemeinsam gestalten". Darin fordern die Regierungschefs der ostdeutschen BundeslÀnder Union und SPD auf, bei ihren Koalitionsverhandlungen den Osten Deutschlands als Zukunftsraum nicht aus dem Blick zu verlieren, sondern zu stÀrken und zu fördern.

Im 35. Jahr der Deutschen Einheit stehe Deutschland an einem politischen Wendepunkt. "Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger erwarten zu Recht einen gesamtgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufbruch", heißt es in dem Papier, das unter anderem Forderungen in den Bereichen Wirtschaft, Energie und Gesellschaft auflistet.

Osten bei Investitionen berĂŒcksichtigen

Die Bundespolitik mĂŒsse die RealitĂ€ten in den LĂ€ndern und Kommunen wieder stĂ€rker berĂŒcksichtigen. Ostdeutschland sei nach wie vor durch strukturelle Besonderheiten geprĂ€gt, die eine spezifische politische Antwort erforderten. Die Standortnachteile der ostdeutschen strukturschwachen Regionen in den Bereichen wirtschaftsnahe Infrastruktur und regionale Daseinsvorsorge mĂŒssten in den Investitionsprogrammen des Bundes eine hervorgehobene BerĂŒcksichtigung finden.

Die wirtschaftliche Transformation Ostdeutschlands sei eine Erfolgsgeschichte, die fortgeschrieben werden mĂŒsse, so die Regierungschefs. Allerdings leide die kleinteilige Wirtschaftsstruktur in Ostdeutschland besonders unter BĂŒrokratielasten und mĂŒsse daher zwingend entlastet werden. Klare Kritik enthĂ€lt das Papier an der Verschuldung der Kommunen. Auch im 35. Jahr der Deutschen Einheit trage der Bund nicht die volle finanzielle Verantwortung fĂŒr die unverschuldeten Belastungen der ostdeutschen Kommunen durch die Altschulden.

@ dpa.de