Gnadenfrist, Betreiberfirma

Neue Gnadenfrist fĂŒr Betreiberfirma Nord Stream 2

20.12.2024 - 16:48:07 | dpa.de

Der Pipeline-Betreiber Nord Stream 2 sitzt auf hohen Schulden. Seit fast zwei Jahren wird an einer Lösung gearbeitet. Ein Schweizer Gericht gibt GlÀubigern eine letzte Chance zur Einigung.

Ohne Einigung könnte im Januar Konkurs ĂŒber Nord Stream 2 eröffnet werden. (Archivbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa-Zentralbild/dpa

Über die Zukunft der Nord Stream 2 AG ist immer noch nicht entschieden. Ein Schweizer Gericht im Kanton Zug hat den GlĂ€ubigern des hoch verschuldeten Pipeline-Betreibers in Besitz der russischen Gesellschaft Gazprom eine letzte Frist gesetzt, um ĂŒber einen vorgelegten Nachlassvertrag zu entscheiden. Sie haben bis 8. Januar 2025 Zeit, um Zustimmungen einzureichen. 

«Bei Nichterreichen des erforderlichen Quorums wĂ€re der unterbreitete Nachlassvertrag nicht angenommen und wĂŒrde zur Konkurseröffnung fĂŒhren», teilte der Sachwalter Transliq auf Anfrage mit. 

Transliq war eingesetzt worden, um Sanierungsmöglichkeiten oder eine Einigung mit GlĂ€ubigern zu erarbeiten. Über Details des Nachlassvertrags machte Transliq keine Angaben. Bei solchen VertrĂ€gen geht es meist darum, Vermögenswerte zu verĂ€ußern, um GlĂ€ubiger teilweise zu entschĂ€digen. 

Pipeline nie in Betrieb

Die Nord Stream 2 AG sollte russisches Gas durch die Ostsee nach Deutschland liefern. Die fast zehn Milliarden Euro teure und 1.200 Kilometer lange Pipeline mit zwei StrÀngen wurde fertig gebaut, aber nie in Betrieb genommen. Das Gas-GeschÀft wurde nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 auf Eis gelegt. Einer der beiden RöhrenstrÀnge wurde bei einem Anschlag Anfang September 2022 zerstört, ebenso wie die beiden StrÀnge der bereits in Betrieb genommenen Nord-Stream-1-Pipeline. 

Die Betreibergesellschaft blieb auf hohen Schulden sitzen und entließ fast alle Mitarbeiter. Das Gericht in Zug gewĂ€hrte Anfang Januar 2023 eine mehrmals verlĂ€ngerte Nachlassstundung, um einen Konkurs abzuwenden.

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