BDI-PrÀsident Russwurm warnt vor der AfD
16.01.2024 - 12:00:45Deutschland als Exportland profitiere wie wohl kaum ein anderes von Weltoffenheit, internationaler Zusammenarbeit und Handel und der europÀischen Einigung, sagte Russwurm am Dienstag in Berlin. "Dass in diesem Land eine starke politische Partei Raum gewinnt, die all dieses infrage stellt, das ist wirtschaftlich gefÀhrlich."
Jenseits dieser NĂŒtzlichkeitserwĂ€gungen gehe es aber um mehr, sagte Russwurm. "Ich will kein Land, in dem es darauf ankommt, wo deine GroĂeltern geboren sind, ob du in diesem Land willkommen bist oder nicht. Das können wir uns gesellschaftlich nicht leisten, jenseits aller wirtschaftlichen Ăberlegungen."
Er bitte jede WĂ€hlerin und jeden WĂ€hler zu ĂŒberlegen, welches Gesellschaftsmodell Parteien vorschlĂŒgen und ob man in einem Land wohnen wolle, wo bestimmte Thesen Raum gewĂ€nnen, sagte Russwurm. "Wo ein entscheidender Politiker sagt, "Inklusion an Schulen ist schlecht", und wir drehen das wieder zurĂŒck", wo jemand Familienbilder der 50er Jahre vertritt und wahrscheinlich zu viele Heimatfilme gesehen hat, diese hoch kolorierten, Dinge zurĂŒckdrehen will", erklĂ€rte Russwurm. "Wenn jemand Spaltung sĂ€t - am Ende liegt es am Nachnamen, ob denn der germanisch klingt oder zugewandert - ob jemand willkommen ist oder nicht."
Der ThĂŒringer AfD-Partei- und Fraktionschef Björn Höcke hatte im vergangenen Jahr in einem MDR-Interview gefordert, die Bildung von "Ideologoie-Projekten" wie beispielsweise Inklusion zu befreien.
Von einem Verbot der AfD halte er allerdings nichts, sagte Russwurm. In manchen BundeslĂ€ndern habe die AfD Zuspruch bei mehr als 30 Prozent der WĂ€hlerinnen und WĂ€hler. "Diese gesellschaftliche Diskussion, die kann ich nicht durch einen Verbotsakt lösen. Wir mĂŒssen uns dieser Diskussion stellen."

