DIW-PrÀsident will unabhÀngigen Fiskalrat
18.03.2025 - 12:55:22Die Möglichkeit sei groĂ, dass die Gelder am Bundestag vorbei fĂŒr andere Dinge verwendet wĂŒrden. Wichtig sei aber, dass das Geld tatsĂ€chlich in Investitionen flieĂe. "Wenn die Koalition oder die beiden oder drei Parteien wirklich das Geld fĂŒr zusĂ€tzliche Investitionen in Infrastruktur, in Bildung und in Verteidigung nehmen, dann ist es gerade im Sinne der kĂŒnftigen Generation, weil die davon profitieren, von mehr Wirtschaftswachstum." Gleichzeitig mĂŒsse Schwarz-Rot erst mal den Widerspruch auflösen, dass sie einerseits Sondervermögen fĂŒr Investitionen will, aber gleichzeitig teure Versprechen macht. Sollte das Geld anderweitig verwendet werden, drohten wirtschaftliche Nachteile. "Wenn der Staat mehr Geld ausgibt, um Renten zu erhöhen, um zusĂ€tzliche Staatsbedienstete einzustellen, um GehĂ€lter zu erhöhen. Dann heiĂt es nicht mehr Wachstum, sondern eher weniger Wachstum. Nicht mehr Wohlstand, sondern weniger Wohlstand", so Fratzscher. Der Ăkonom hĂ€lt zudem eine lĂ€ngere Lebensarbeitszeit fĂŒr notwendig, um die Rente in Deutschland zu stabilisieren. "Die letzte, die Ampelregierung, hat ja schon einige VorschlĂ€ge gemacht zu sagen, wir mĂŒssen weit ĂŒber 67 hinaus arbeiten, damit die Kosten fĂŒr die gesetzliche Rente nicht explodieren und die junge Generation nicht immer stĂ€rker belastet wird", sagte Fratzscher. Angesichts der hohen Schulden mĂŒsse der Staat langfristig handeln. "Manche Menschen können das nicht, aber viele können es und wollen es." Entscheidend sei, "HĂŒrden abzubauen, den Menschen zu sagen: Ihr könnt so lange arbeiten, wie ihr das möchtet und nicht nur, wie der Arbeitgeber das möchte." DafĂŒr brauche es "kluge Anreize, die einerseits sich finanziell lohnen fĂŒr die Betroffenen, andererseits die Rentenkasse entlasten". Auch bei der Pflege sieht Fratzscher Reformbedarf. "Eine BĂŒrgerversicherung von privat und öffentlich, das sind Wege, um letztlich ein leistungsfĂ€higes System bei den Sozialsystemen zu ermöglichen, Kosten einzusparen und vor allem die junge Generation nicht stĂ€rker zu belasten."


