Handwerk, Energiepreise

HandwerksprÀsident Dittrich fordert Senkung von Stromsteuer

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der PrĂ€sident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks fordert angesichts geplanter Eingriffe beim Spritpreis umfassende Strukturreformen. Besonders bei Stromsteuer und Lohnzusatzkosten sieht Jörg Dittrich besseren Ansatz fĂŒr eine nachhaltige Entlastung der Betriebe.

Handwerksverband will Senkung von Stromsteuer und Lohnzusatzkosten
Haus des Deutschen Handwerks (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der PrĂ€sident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, warnt angesichts geplanter Maßnahmen gegen hohe Spritpreise davor, strukturelle Reformen zu vernachlĂ€ssigen. Die Regierung dĂŒrfe sich nach seiner Darstellung nicht um die Lösung grundlegender Probleme fĂŒr Betriebe drĂŒcken.

Warnung vor einseitigem Fokus auf Spritpreise

Dittrich Ă€ußerte VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass die Politik kurzfristig beim Spritpreis ansetzt, wenn schnelles Handeln nötig ist. Wenn strukturelle Maßnahmen aber ausblieben, greife diese Entlastung aus seiner Sicht zu kurz. Steigende Kosten fĂŒr Diesel und Benzin hĂ€tten unmittelbare Folgen fĂŒr das Konsumverhalten der Menschen.

Nach seinen Worten fahren die Verbraucher zwar weiterhin zur Tankstelle, gleichen die Mehrausgaben aber an anderer Stelle aus. So wĂŒrden etwa Friseurtermine abgesagt, um das Haushaltsbudget zu entlasten. Die Konsequenzen bekĂ€men vor allem inlĂ€ndische Betriebe direkt zu spĂŒren.

Familienbetriebe treffen Belastungen unmittelbar

Der HandwerksprĂ€sident betonte, dass insbesondere Familienbetriebe nicht erst nach Monaten, sondern unmittelbar von solchen Verschiebungen betroffen seien. Hinzu komme, dass viele Betriebe zahlreiche Fahrzeuge im Einsatz hĂ€tten und hohe Kilometerleistungen erbringen mĂŒssten. FĂŒr sie wirke jeder Anstieg der Kraftstoffpreise doppelt: ĂŒber die eigenen Kosten und ĂŒber die dĂ€mpfende Wirkung auf die Nachfrage.

Dittrich verweist darauf, dass diese Kombination aus höheren Betriebsausgaben und zurĂŒckhaltenden Kunden die wirtschaftliche StabilitĂ€t kleiner Unternehmen schnell gefĂ€hrden könne. Eine reine Spritpreis-Entlastung könne diese strukturellen Belastungen nicht ausgleichen.

Forderung nach Senkung von Stromsteuer und Lohnzusatzkosten

Als wirksamere Antwort auf die aktuelle Lage fordert der PrÀsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks eine Senkung der Stromsteuer und der Lohnzusatzkosten. Dies wÀre seiner EinschÀtzung nach effektiver, als kurzfristig einen bestimmten Betrag zur Kompensation hoher Spritkosten auszuzahlen.

Er stellt die Frage, welche Schritte erforderlich sind, damit Betriebe wieder resilient und wirtschaftlich tragfÀhig arbeiten können. Eine umfassende Entlastung bei Energie und Arbeit könne aus seiner Sicht dazu beitragen, dass Handwerksunternehmen ihre Dienstleistungen verlÀsslich anbieten und Investitionen planen können.

Die Forderungen von Jörg Dittrich fĂŒgen sich ein in eine anhaltende Debatte ĂŒber die Kostenbelastung kleiner und mittelstĂ€ndischer Betriebe in Deutschland. Handwerksbetriebe sind in besonderem Maß von Energiepreisen und Lohnnebenkosten betroffen, weil sie hĂ€ufig viele Kilometer zu Kunden zurĂŒcklegen und zugleich personalintensiv arbeiten.

Strukturelle Belastungen fĂŒr das Handwerk

Steigende Preise fĂŒr Diesel und Benzin treffen das Handwerk direkt ĂŒber den Fuhrpark und indirekt ĂŒber die Kaufkraft der Kunden. Wenn Haushalte einen grĂ¶ĂŸeren Teil ihres Budgets fĂŒr MobilitĂ€t aufwenden mĂŒssen, sparen sie zuerst bei Dienstleistungen, die als verschiebbar gelten – dazu gehört hĂ€ufig auch das Friseurbesuch oder andere handwerkliche Leistungen. FĂŒr Familienbetriebe mit engen Margen kann schon ein kurzfristiger Nachfrageeinbruch schnell zur Existenzfrage werden.

Steuern, Abgaben und WettbewerbsfÀhigkeit

Mit Blick auf die Stromsteuer und Lohnzusatzkosten kritisiert der Handwerksverband seit LĂ€ngerem, dass die Gesamtbelastung aus Steuern, Abgaben und BĂŒrokratie die WettbewerbsfĂ€higkeit des Standorts schwĂ€cht. Eine Senkung der Stromsteuer könnte nicht nur energieintensive handwerkliche Produktion und Dienstleistungen entlasten, sondern auch die Betriebskosten fĂŒr WerkstĂ€tten, Filialen und Lager reduzieren. Die Reduzierung von Lohnzusatzkosten wĂŒrde zudem die BeschĂ€ftigung im Handwerk erleichtern und könnte Anreize fĂŒr Neueinstellungen schaffen.

Kurzfristige Entlastung versus langfristige Reform

Der Hinweis auf Maßnahmen gegen hohe Spritpreise verdeutlicht den Zielkonflikt zwischen unmittelbarer Entlastung der Verbraucher und Unternehmen und einer grundlegenden Reform der Rahmenbedingungen. Aus Sicht des Handwerks reicht es nicht, nur an den Kraftstoffkosten anzusetzen, wenn die strukturellen Belastungen – etwa bei Energiekosten und Lohnnebenkosten – unverĂ€ndert bleiben. Entscheidend wird sein, ob die Politik neben akuten Hilfen ein konsistentes Konzept vorlegt, das Handwerksbetrieben wieder mehr Planungssicherheit und wirtschaftliche TragfĂ€higkeit verschafft.

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