EuropÀischer Gaspreis fÀllt auf tiefsten Stand seit 2021
23.02.2024 - 13:49:14Der Preis fĂŒr den richtungweisende Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat sank an der Börse in Amsterdam bis auf 22,31 Euro je Megawattstunde (MWh). So gĂŒnstig wurde der Kontrakt zuletzt im Mai 2021 gehandelt und damit lange bevor der russische Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine einen extremen Preissprung ausgelöst hatte. "Die Talfahrt am europĂ€ischen Gasmarkt findet kein Ende", sagte Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Sie erklĂ€rte die Entwicklung mit einer milden Witterung und der schwĂ€chelnden Konjunktur. Seit Beginn des Jahres hat sich der Rohstoff etwa 30 Prozent verbilligt.
Seit etwa vier Monaten ist der Preis fĂŒr Erdgas tendenziell auf Talfahrt. Der Beginn des Gaza-Kriegs im Nahen Osten hatte die Notierungen im vergangenen Oktober zwar zeitweise wieder ĂŒber 50 Euro steigen lassen, dann setzte aber im November eine Trendwende ein.
In vielen europĂ€ischen LĂ€ndern ist der Winter vergleichsweise mild ausgefallen. Dies bremst die Gasnachfrage. DarĂŒber hinaus sorgt die lahmende Konjunktur fĂŒr weniger Verbrauch an Erdgas. In Deutschland, der gröĂten europĂ€ischen Volkswirtschaft, leidet die Wirtschaft lĂ€nger als erwartet unter einer SchwĂ€chephase, die sich vor allem in den Industriebetrieben zeigt.
Wie aus Daten der Bundesnetzagentur vom Januar hervorgeht, lag der Gasverbrauch in den Monaten Oktober bis Dezember in der Industrie 16 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der Jahre 2018 bis 2021. Zwar ist der GesamtfĂŒllstand der Erdgasspeicher in Deutschland seit Beginn des Jahres nahezu kontinuierlich gesunken. Er ist aber fĂŒr die Jahreszeit weiterhin vergleichsweise hoch. Am 21. Februar lag der GesamtfĂŒllstand bei 71,15 Prozent, wie aus jĂŒngsten Daten des europĂ€ischen Gasspeicherverbands GIE hervorgeht.
Im Zuge des russischen Krieges gegen die Ukraine war der Gaspreis im Jahr 2022 in nie gekannte Höhen gestiegen. Damals wurden zeitweise mehr als 300 Euro je Megawattstunde fÀllig, nachdem Russland seine Gaslieferungen nach Europa stark gedrosselt hatte.

