Putin fordert ukrainischen Truppenabzug fĂŒr Frieden
14.06.2024 - 13:38:55Wenn die Ukraine auĂerdem einer Mitgliedschaft in der Nato abschwöre, sei Russland sofort bereit, das Feuer einzustellen und zu verhandeln. Das sagte Putin am Freitag in Moskau bei einem Auftritt im russischen AuĂenministerium. Seine Rede zielte sichtbar auf den derzeitigen G7-Gipfel in Italien sowie auf die Friedenskonferenz zur Ukraine in der Schweiz an diesem Wochenende ab.
Die Zugehörigkeit der ukrainischen Verwaltungsgebiete Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson zu Russland stehe nicht mehr infrage, sagte Putin. Die Ukraine solle ihre Armee aus den Teilen dieser Gebiete zurĂŒckziehen, die sie bislang noch kontrolliere. Der Kremlchef sprach von Minimalforderungen Russlands, um den Konflikt nicht einzufrieren, sondern endgĂŒltig zu lösen.
Gleichzeitig wiederholte er alle Forderungen, die er schon zu Beginn des von ihm befohlenen Angriffskrieges im Februar 2022 aufgestellt hatte. Es gehe um eine neutrale, blockfreie, und atomwaffenfreie Ukraine, sagte Putin. AuĂerdem solle die Ukraine abrĂŒsten. Sie mĂŒsse "denazifiziert" werden - worunter Russland eine ihm genehme FĂŒhrung in Kiew versteht. Russland hĂ€lt derzeit einschlieĂlich der bereits 2014 annektierten Halbinsel Krim etwa ein FĂŒnftel des ukrainischen Staatsgebietes besetzt.
Die Ukraine setzt bislang auf eine vollstĂ€ndige RĂŒckeroberung ihres besetzten Staatsgebietes. AuĂerdem fordert PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj eine Verfolgung russischer Kriegsverbrechen und russische Reparationen wegen der angerichteten Zerstörungen.
Die Konferenz in der Schweiz solle nur von den wirklichen Ursachen des Konflikts ablenken, nĂ€mlich der Politik des Westens, sagte Putin. "Der Westen ignoriert unsere Interessen." Vor AuĂenminister Sergej Lawrow und anderen russischen Spitzendiplomaten erlĂ€uterte Putin zweimal lĂ€nglich, wie seiner Meinung nach der Konflikt entstanden sei, beginnend mit den proeuropĂ€ischen Maidan-Protesten in Kiew 2013.
Die Konferenz im Schweizer Tagungshotel BĂŒrgenstock bei Luzern am Samstag und Sonntag soll vor allem internationale UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine mobilisieren - auch bei LĂ€ndern, die Russland freundlich gesonnen sind. Eine Teilnahme Russlands an dem GesprĂ€chsprozess ist erst in einem zweiten Schritt vorgesehen. FĂŒr Deutschland reist Bundeskanzler Olaf Scholz in die Schweiz, fĂŒr die USA VizeprĂ€sidentin Kamala Harris.

