Putin fordert von Scholz Anerkennung von Moskauer Interessen
15.11.2024 - 17:01:43Mögliche Vereinbarungen mĂŒssten zudem ausgehend von den neuen territorialen RealitĂ€ten erfolgen, teilte der Kreml in Moskau nach dem GesprĂ€ch mit. Mit der Annexion der Halbinsel Krim 2014 und im Zuge des seit 2022 dauernden Angriffskriegs hat Russland in der Ukraine Fakten geschaffen und zĂ€hlt rund 20 Prozent der Ukraine zu seinem Staatsgebiet, was international kaum anerkannt wird.
Scholz und Putin hatten zuvor im Dezember 2022 das letzte Mal telefoniert. Es habe nun einen ausfĂŒhrlichen und offenen Austausch ĂŒber den Krieg in der Ukraine auf deutsche Initiative gegeben, hieĂ es in Moskau. Scholz hatte Putin unter anderem zum RĂŒckzug seiner Truppen aus der Ukraine aufgefordert.
Putin zeigte sich laut Kreml offen fĂŒr eine Fortsetzung der von der Ukraine im FrĂŒhjahr 2022 abgebrochenen Verhandlungen zur Lösung des Konflikts - zu den von Moskau bereits dargelegten Bedingungen. Dazu gehört etwa ein Verzicht der Ukraine auf eine Nato-Mitgliedschaft und eine Anerkennung des Verlusts der von Russland besetzten Gebiete. Kiew lehnt das kategorisch ab. Putin erklĂ€rte Scholz laut Kreml, dass der Krieg eine Folge jahrelanger aggressiver Politik der Nato sei, die die Ukraine zu einem gegen Russland gerichteten Aufmarschgebiet machen wolle.
Putin habe in dem GesprĂ€ch mit Scholz auch einen nie dagewesenen Verfall in den russisch-deutschen Beziehungen konstatiert - "als Folge des unfreundlichen Kurses der Behörden der BRD", teilte der Kreml weiter mit. Zugleich sagte Putin demnach mit Blick auf die russischen Energielieferungen der Vergangenheit, dass Russland seine VertrĂ€ge stets erfĂŒllt habe und bereit sei, die Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil wieder aufzunehmen.
Putin und Scholz hĂ€tten zudem ĂŒber die Eskalation der Lage im Nahen Osten gesprochen, teilt der Pressedienst des Kreml weiter mit. Beide Seiten vereinbarten demnach, dass ihre Berater den Kontakt aufrechterhalten sollten.

