Putin, Ukraine

Putin gibt der Ukraine Schuld an stockenden GesprÀchen

01.08.2025 - 15:34:35

Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin versucht, der Ukraine die Schuld an stockenden GesprĂ€chen ĂŒber eine Friedenslösung zu geben.

GesprĂ€che seien immer nĂŒtzlich, sagte Putin bei einem Treffen mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko auf der nordrussischen Klosterinsel Walaam. Sie sollten aber nicht mit Erwartungen ĂŒberfrachtet werden und besser im Verborgenen laufen.

"Wenn die FĂŒhrung der Ukraine meint, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt sei, sondern man warten mĂŒsse, bitte schön, dann sind wir bereit zu warten", sagte der Kremlchef nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Er bezog dies auf Äußerungen des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj, dass sinnvolle GesprĂ€che eigentlich erst nach einem Machtwechsel in Moskau möglich seien.

Selenskyj: Wenn Putin reden will, bin ich bereit

Bei drei direkten GesprĂ€chsrunden in Istanbul seit Mai haben sich die Seiten jeweils nur auf den Austausch von Gefangenen und die RĂŒckgabe getöteter Soldaten einigen können. Kurz nach Putins Auftritt schrieb Selenskyj auf dem Portal X, wenn Russland wirklich sprechen wolle, sei er jederzeit zu einem Treffen mit dem Kremlchef bereit.

Kremlchef ignoriert Trumps Fristsetzung

Putins Äußerungen lassen sich als Antwort auf die Drohung von US-PrĂ€sident Donald Trump verstehen, hohe Strafzölle gegen Russland und die KĂ€ufer von dessen Öl zu verhĂ€ngen, wenn der Krieg nicht beendet werde. Die zuletzt von Trump genannte Frist betrug zehn Tage. Putin hat darauf nicht direkt reagiert, sondern dies nach Worten von Kremlsprecher Dmitri Peskow zur Kenntnis genommen.

Der Kremlchef sagte, seine 2024 formulierten Kriegsziele seien weiter gĂŒltig. Sie laufen fĂŒr die Ukraine auf die Abtretung großer Gebiete, eine Entwaffnung und die Einsetzung einer moskaufreundlichen Regierung hinaus - damit faktisch auf eine Kapitulation.

Putin will Rechte fĂŒr russische Kirche in der Ukraine

Putin forderte auf Walaam erneut, die Rechte der russischen orthodoxen Kirche und den Status der russischen Sprache in der Ukraine festzuschreiben. Die Sicherheit Russlands und der Ukraine sollten im europÀischen Rahmen gesichert werden, sagte er.

Lukaschenko unterstĂŒtzte Putins Sichtweise. Die Ukraine fordere Unmögliches, sagte er. Angesichts des Vormarsches russischer Truppen sollte Kiew angelaufen kommen, um mit Moskau zu verhandeln. Die Ukraine verteidigt sich seit fast dreieinhalb Jahren gegen eine russische Invasion.

@ dpa.de