Kreml, Putin

Kreml: Putin will Trump ĂŒber Ukraine-GesprĂ€che informieren

19.05.2025 - 16:13:29

Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin will seinen US-Kollegen Donald Trump im geplanten Telefonat auch darĂŒber informieren, wie die ersten direkten Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew seit drei Jahren aus Kreml-Sicht gelaufen sind.

Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow vor dem fĂŒr 16.00 Uhr MESZ angesetzten GesprĂ€ch. Auf die Frage, ob bei dem Telefonat auch ĂŒber ein seit lĂ€ngerer Zeit geplantes Treffen Putins und Trumps gesprochen werde, sagte er, dass die beiden PrĂ€sidenten das selbst festlegen.

Peskow sagte vor dem nunmehr dritten Telefonat der PrÀsidenten, dass Russland an einer politisch-diplomatischen Lösung des Ukraine-Konflikts interessiert sei. Dabei greift Russland nicht nur unvermindert Ziele im Nachbarland an, der Kreml hÀlt auch unbeirrt an seinen Maximalforderungen in dem Krieg fest: einem Verzicht Kiews auf einen Nato-Beitritt und die von Russland annektierten Gebiete.

Putin habe vor Kriegsbeginn 2022 immer wieder VorschlĂ€ge gemacht fĂŒr eine friedliche Lösung, aber nichts als Ablehnung bekommen - seitens der Ukraine, seitens der Nato, der Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und auf anderen Ebenen. Mit Vorschlag fĂŒr eine friedliche Lösung dĂŒrfte Peskow meinen, dass Russland einen Nato-Beitritt der Ukraine verhindern wollte.

"Wenn es auf der politischen und diplomatischen Schiene keine Manöver mehr gibt, dann wird eine spezielle militĂ€rische Operation begonnen", sagte Peskow als BegrĂŒndung fĂŒr den russischen Angriffskrieg. "Aber wenn die Vermittlungsdienste der USA, und wir schĂ€tzen diese sehr, sind der amerikanischen Seite dankbar, wenn sie uns wirklich helfen, unsere Ziele mit friedlichen Mitteln zu erreichen, nun, dann ist das natĂŒrlich vorzuziehen."

Expertin erwartet keinen Durchbruch bei Putin-Trump-Telefonat

Die russische Politologin Tatjana Stanowaja erwartet keinen Durchbruch fĂŒr einen Frieden in der Ukraine. Am ehesten rechne sie damit, dass die beiden praktische Vorbereitungen anstoßen fĂŒr ein Treffen, weil TelefongesprĂ€che fĂŒr Putin nicht das beste Format seien, um den Konflikt zu erörtern, teilte sie bei Telegram mit. Womöglich werde Putin auch eine Fortsetzung der direkten GesprĂ€che mit der Ukraine bei einem zweiten Treffen in Istanbul vorschlagen.

Stanowaja warnte vor zu großen Erwartungen an das Telefonat. Putin wolle Trump ĂŒberzeugen, weiter Druck auf die Ukraine auszuĂŒben, um Moskaus Ziele zu erreichen. Putin wolle auch eine Wiederbelebung der wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu den USA, sagte Stanowaja.

@ dpa.de