Kretschmer, BĂŒndnis

Kretschmer zu BĂŒndnis mit BSW: 'nicht einfach, aber möglich'

02.09.2024 - 07:43:54

Der sĂ€chsische MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) hĂ€lt nach der Landtagswahl in seinem Land eine Koalition mit der SPD und dem BĂŒndnis Sahra Wagenknecht (BSW) fĂŒr möglich.

"Es wird nicht einfach sein, es wird auch seine Zeit dauern, aber es ist möglich", sagte Kretschmer am Morgen nach der Wahl im Deutschlandfunk.

Seine Partei CDU ist in Sachsen nach den vorlÀufigen Ergebnissen mit 31,9 Prozent (2019: 32,1 Prozent) knapp stÀrkste Kraft geworden, dicht gefolgt von der AfD mit 30,6 Prozent (27,5). Das neue BSW erreicht aus dem Stand 11,8 Prozent. Die SPD liegt bei 7,3 Prozent (7,7).

"Ich möchte diesem Land dienen, ich möchte diesem Land eine stabile Regierung geben", betonte Kretschmer, der gute Chancen hat, MinisterprĂ€sident seines Landes zu bleiben. Der Weg dahin werde aber nicht leicht und könne monatelange Verhandlungen mit den möglichen Koalitionspartnern bedeuten, betonte der CDU-Politiker. Nun gehe es erst mal darum "durchzuatmen" und sich zu freuen, dass es in Sachsen gelungen sei, eine stabile Regierung bilden zu können. Von Koalitionsverhandlungen sei die CDU noch weit entfernt. Wenn es so weit sei, werde seine Partei ihren "Wertekompass" auf den Tisch legen und dann werde es GesprĂ€che geben. "Parteiideologien" mĂŒssten dabei in den Hintergrund treten. "Wir reden ĂŒber Inhalte", betonte Kretschmer. Zu einer möglichen Zusammenarbeit mit dem BSW sagte er: "Wir koalieren nicht mit Frau Wagenknecht, sondern mit Menschen, die in den SĂ€chsischen Landtag gewĂ€hlt worden sind."

Zum Umgang mit der AfD empfahl Kretschmer, vom Begriff der "Brandmauer" Abstand zu nehmen, weil die Partei diesen Begriff fĂŒr sich ausnutze. "Die AfD ist eine Meisterin darin, sich als MĂ€rtyrerin darzustellen", sagte der MinisterprĂ€sident. Das verfange bei einem Teil der WĂ€hlerschicht. Solche Begriffe wĂŒrden nicht helfen. Die AfD sei "eine Oppositionspartei wie jede andere, mit allen Rechten und Pflichten".

@ dpa.de