Deutschland, Handel

Zahl der SchuhgeschÀfte schrumpft weiter

28.08.2023 - 14:05:56

Der Schuhhandel leidet unter der Konsumflaute. In diesem Jahr schlossen nach BranchenschĂ€tzungen bereits hunderte LĂ€den. Und auch die nĂ€chsten Monate dĂŒrften fĂŒr die Branche herausfordernd werden.

Immer mehr SchuhhĂ€ndler in Deutschland geben auf. Nach SchĂ€tzungen des Handelsverbandes Textil Schuhe Lederwaren (BTE) hat sich die Zahl der SchuhgeschĂ€fte seit Jahresbeginn erneut um rund 500 auf etwa 9500 verringert. GrĂŒnde fĂŒr die Entwicklung seien nicht zuletzt die deutlich gestiegenen Kosten fĂŒr Personal, Energie und Mieten, sowie die anhaltende Konsumflaute in Deutschland, sagt BTE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Rolf Pangels anlĂ€sslich der Messe «Shoes» in DĂŒsseldorf.

Mit einer raschen Besserung der Situation rechnet der Branchenkenner nicht. «Auch der Rest des Jahres wird fĂŒr die Branche herausfordernd. Die Marktbereinigungen im Schuhhandel werden weitergehen», sagt Pangels. Zuletzt hatten Insolvenzen bekannter Schuhhandelsketten wie Görtz und Reno fĂŒr Aufsehen gesorgt.

Der Schuhhandel bewege sich weiter in schwierigem Fahrwasser, sagt Pangels. Zwar stiegen im ersten Halbjahr die UmsĂ€tze im stationĂ€ren Schuhhandel nach ersten Hochrechnungen des BTE nominal um acht bis neun Prozent. Doch sei dies vor allem auf die hohe Inflation zurĂŒckzufĂŒhren. Preisbereinigt lĂ€gen die allermeisten GeschĂ€fte nur knapp im Plus oder sogar im Minus. Gleichzeitig belasteten deutlich gestiegenen Kosten in vielen Bereichen das Ergebnis.

Positive Bilanz: GeschÀfte gewinnnen vor Online-Handel

Eine gute Nachricht gab es allerdings vom stationĂ€ren Schuhhandel. Nach den Marktanteilsverlusten wĂ€hrend der Corona-Pandemie konnten die HĂ€ndler in den Einkaufsstraßen zuletzt wieder Boden gegenĂŒber dem Onlinehandel gutmachen. Nach ersten BTE-Hochrechnungen entfielen im ersten Halbjahr wieder knapp zwei Drittel der UmsĂ€tze im Schuhhandel auf den stationĂ€ren Fachhandel. Der Onlinehandel, der in den Hochzeiten der Pandemie weit ĂŒber die HĂ€lfte der UmsĂ€tze auf sich vereint hatte, komme aktuell auf einen Anteil von 18 Prozent. Auf Waren- und ModehĂ€user entfielen demnach 17 Prozent des Gesamtumsatzes mit Schuhen.

Die deutsche Schuhindustrie steigerte ihren Gesamtumsatz im ersten Halbjahr um 5,4 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt bedeute dies allerdings «eigentlich Nullwachstum», sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L), Manfred Junkert.

Der grĂ¶ĂŸte Teil der in Deutschland verkauften Schuhe wurde auch im ersten Halbjahr 2023 in Asien produziert. Allein der Gesamtwert der aus China importierten Schuhe belief sich auf rund 1,5 Milliarden Euro. Er lag damit allerdings leicht unter dem Vorjahresniveau. Dagegen nahmen die Importe aus Vietnam, Indien und Indonesien zu.

@ dpa.de