Bodenatlas: Böden mĂŒssen stĂ€rker geschĂŒtzt werden
09.01.2024 - 11:21:31Durch FlĂ€chenversiegelungen, intensive Landwirtschaft und Klimawandel seien viele Böden in einem schlechten Zustand, heiĂt es in dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Atlas. Allein in der EuropĂ€ischen Union gelten demzufolge mehr als 60 Prozent der Böden als geschĂ€digt.
Herausgeber des "Bodenatlas" sind die Heinrich-Böll-Stiftung, der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der TMG Think Tank for Sustainability. Stiftung und BUND geben jĂ€hrlich einen Atlas zu einem bestimmten Thema heraus, der der Wissensvermittlung dienen soll.
"Politik muss Böden besser schĂŒtzen, auch mit Blick auf die enorme Artenvielfalt: Denn unter einem Hektar Land leben 15 Tonnen Bodenlebewesen - das entspricht dem Gewicht von 20 KĂŒhen", sagte BUND-Vorsitzender Olaf Bandt. TĂ€glich gingen in der Bundesrepublik 55 Hektar Land fĂŒr Siedlungsbau oder VerkehrsflĂ€chen verloren. Das entspricht etwas mehr als der FlĂ€che der Vatikanstadt.
Böden können groĂe Menge Kohlenstoff speichern, sogar mehr als WĂ€lder. AuĂerdem speichern und reinigen sie Wasser, sind ein wichtiger NĂ€hrstofflieferant fĂŒr Pflanzen und bieten Lebensraum. Mindestens ein Viertel aller Lebewesen der Erde bewohnen Böden, wie im "Bodenatlas" erklĂ€rt wird. Gesunde Böden mit einer ausgeglichenen Porenstruktur nehmen wie ein Schwamm Wasser auf und geben es bei Bedarf wieder ab.
"Durch Versiegelung, aber auch industrielle Formen der Landwirtschaft geht die FĂ€higkeit von Böden, Wasser aufzunehmen, zurĂŒck", sagte Imme Scholz, VorstĂ€ndin der Heinrich-Böll-Stiftung. Das habe verheerende Folgen, wie derzeit an der Hochwasserkatastrophe in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen zu sehen sei.

