Staatsminister tritt im Streit um britische Asylpolitik zurĂŒck
06.12.2023 - 20:39:10 | dpa.deAm Mittwoch trat der fĂŒr Migration zustĂ€ndige Staatsminister Robert Jenrick zurĂŒck, wie Ressortchef James Cleverly im Parlament sagte. Dem Abgeordneten, der eigentlich als Vertrauter Sunaks gilt, ging ĂŒbereinstimmenden Medienberichten zufolge ein Gesetzentwurf nicht weit genug, mit dem der Premier einen umstrittenen Asylpakt mit Ruanda durchsetzen wollte.
Das geplante Gesetz sieht vor, das ostafrikanische Land zum sicheren Drittstaat zu erklĂ€ren. DafĂŒr will Sunak sogar ausdrĂŒcklich ein britisches Menschenrechtsgesetz fĂŒr nicht anwendbar erklĂ€ren. Doch Hardliner wie Ex-Innenministerin Suella Braverman fordern noch ausdrĂŒcklichere MaĂnahmen bis hin zu einem Austritt aus der EuropĂ€ischen Menschenrechtskonvention, um Klagen vor internationalen Gerichten zu verhindern. Zuletzt war auch Jenrick, der eigentlich als Gegengewicht zur RechtsauĂen-Politikerin Braverman berufen worden war, immer weiter nach rechts gerĂŒckt.
Die britische Regierung will Asylsuchende, die irregulĂ€r ins Land einreisen, ohne RĂŒcksicht auf ihre Herkunft umgehend nach Ruanda abschieben. Sie sollen dort um Asyl bitten, eine RĂŒckkehr nach GroĂbritannien ist ihnen verwehrt. Das Oberste Gericht in London hatte das Vorhaben auch mit Verweis auf rechtsstaatliche Defizite in Ruanda gestoppt. Das neue Gesetz soll diese Bedenken nun umgehen.
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