Staatsminister tritt im Streit um britische Asylpolitik zurĂŒck
06.12.2023 - 20:58:46Am Mittwoch trat der fĂŒr Migration zustĂ€ndige Staatsminister Robert Jenrick zurĂŒck. Dem Abgeordneten, der eigentlich als Vertrauter Sunaks gilt, ging ein Gesetzentwurf nicht weit genug, mit dem der Premier einen umstrittenen Asylpakt mit Ruanda durchsetzen wollte.
"Ich kann nicht in meinem Amt weitermachen, wenn ich mit der Ausrichtung der Einwanderungspolitik der Regierung so deutlich nicht einverstanden bin", schrieb Jenrick am Mittwochabend auf der Plattform X (frĂŒher Twitter). Ressortchef James Cleverly bestĂ€tigte die Personalie im Parlament.
Das geplante Gesetz sieht vor, das ostafrikanische Land zum sicheren Drittstaat zu erklĂ€ren. DafĂŒr will Sunak sogar ausdrĂŒcklich ein britisches Menschenrechtsgesetz fĂŒr nicht anwendbar erklĂ€ren. Doch Hardliner wie Ex-Innenministerin Suella Braverman und nun auch Jenrick fordern noch ausdrĂŒcklichere MaĂnahmen bis hin zu einem Austritt aus der EuropĂ€ischen Menschenrechtskonvention, um Klagen vor internationalen Gerichten zu verhindern. Zuletzt war auch Jenrick, der eigentlich als Gegengewicht zur RechtsauĂen-Politikerin Braverman berufen worden war, immer weiter nach rechts gerĂŒckt.
Die britische Regierung will Asylsuchende, die irregulĂ€r ins Land einreisen, ohne RĂŒcksicht auf ihre Herkunft umgehend nach Ruanda abschieben. Sie sollen dort um Asyl bitten, eine RĂŒckkehr nach GroĂbritannien ist ihnen verwehrt. Das Oberste Gericht in London hatte das Vorhaben auch mit Verweis auf rechtsstaatliche Defizite in Ruanda gestoppt. Das neue Gesetz soll diese Bedenken nun umgehen.

