Kauflaune in Deutschland steigt - wenn auch auf niedrigem Niveau
25.04.2024 - 08:11:14"Die Einkommenserwartung legt spĂŒrbar zu, die Konjunkturerwartung und die Anschaffungsneigung steigen moderat", teilten die NĂŒrnberger Institute GfK und NIM als Ergebnis ihrer Studie zum Konsumklima im April am Donnerstag mit. Das Konsumklima verbessere sich damit zum dritten Mal in Folge auf ein Zweijahreshoch von minus 24,2 Punkten. Vor der Corona-Pandemie hatte der Indikator vergleichsweise stabil bei um die plus zehn Punkte gelegen.
Der Konsum werde derzeit durch eine weiterhin sehr hohe Sparneigung gebremst, fanden die Forscher heraus. "Der im Vergleich zu den beiden Vormonaten stĂ€rkere Anstieg des Konsumklimas ist vor allem auf die spĂŒrbare Zunahme der Einkommenserwartungen zurĂŒckzufĂŒhren", sagte der NIM-Konsumexperte Rolf BĂŒrkl. "Aus unseren Analysen wissen wir, dass sich die Einkommenserwartungen vor allem an der realen Einkommensentwicklung orientieren. Und hier sind die Signale durchaus positiv."
Er fĂŒhrt dies auf Lohn- und GehaltszuwĂ€chse der Verbraucher zurĂŒck, die auf eine gleichzeitig rĂŒcklĂ€ufige Inflationsrate treffen. Die Kaufkraft steige somit wieder. "Die privaten Haushalte verzeichnen derzeit deutliche reale EinkommenszuwĂ€chse, da zum einen sowohl die tariflichen Löhne und GehĂ€lter wie auch die gesetzlichen AltersbezĂŒge signifikant gestiegen sind und auch in den kommenden Monaten noch steigen werden."
Allerdings: Die Stimmung unter den Verbrauchern sei derzeit noch schlechter als die tatsĂ€chliche Lage. "Die derzeit schlechte Stimmung liegt wie ein Schleier ĂŒber den Fakten", sagte BĂŒrkl. Es herrsche eine starke Verunsicherung angesichts der vielen nationalen und internationalen Krisen. KrĂ€ftige Impulse fĂŒr die Binnennachfrage blieben somit weitgehend aus.

