Fleischverzehr, Trend

Özdemir zum Fleischverzehr: «Weniger, dafĂŒr bewusster»

04.04.2024 - 13:51:49

Der Trend zum bewussteren Fleischkonsum steigt. Der Bundesminister fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft will dementsprechend VerĂ€nderungen in der Tierhaltung. CDU-Sprecher Albert Stegemann hĂ€lt dagegen.

Der Fleischverzehr in Deutschland nimmt nach Angaben des ErnĂ€hrungsministeriums weiter ab. «Die Deutschen achten bei ihrer ErnĂ€hrung stĂ€rker auf ihre Gesundheit, die Auswirkungen auf die Umwelt oder das Wohl von Tieren», sagte Bundesminister fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft, Cem Özdemir (GrĂŒne), einer Mitteilung zufolge. «Viele essen heute weniger, dafĂŒr bewusster Fleisch – und alle Zahlen sprechen dafĂŒr, dass der Trend anhĂ€lt.»

VorlĂ€ufigen Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) zufolge schrumpfte der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 430 Gramm auf 51,6 Kilogramm. Damit erreiche er den niedrigsten Wert seit Erfassungsbeginn. Demnach sank der Verzehr von Rindfleisch um fast 5 Prozent auf 8,9 Kilogramm pro Person am stĂ€rksten. Auch ging die verzehrte Menge beim Schweinefleisch den Angaben nach um fast 600 Gramm auf 27,5 Kilogramm pro Person zurĂŒck. Dagegen sei der GeflĂŒgelkonsum gestiegen: um rund 900 Gramm auf 13,1 Kilogramm pro Person. 

An dieser RealitĂ€t solle sich die Landwirtschaft gemeinsam mit Handel und Politik orientieren, um die Tierhaltung in Deutschland zukunftsfest weiterzuentwickeln, forderte Özdemir. «Umfragen ergeben regelmĂ€ĂŸig, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher sich höhere Standards in der Tierhaltung wĂŒnschen und auch bereit wĂ€ren, dafĂŒr mehr Geld zu bezahlen.» Es gehe darum, weniger Tiere besser zu halten, so der GrĂŒnen-Politiker. Zudem böten pflanzliche Alternativen wie etwa Hafermilch oder vegetarische Burger ein wachsendes Marktpotenzial fĂŒr die heimische Land- und ErnĂ€hrungswirtschaft.

Anders sieht das der agrar- und ernĂ€hrungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann: «Es ist vollkommen falsch, die Tierhaltung in Deutschland mit der politischen Brechstange zurĂŒckzudrĂ€ngen.» Mehr noch: «Jetzt muss auch noch der langfristige Trend zu weniger Fleisch dafĂŒr herhalten.» Die Landwirtschaft passe sich bereits seit Jahren dem sinkenden Fleischkonsum an. Zudem forderte der Sprecher, die Tierhaltung in Deutschland mĂŒsse wettbewerbsfĂ€hig und zukunftsfest gestaltet werden. «Sonst wandert unsere regionale Tierhaltung weiter ab und wir mĂŒssen noch mehr Fleisch importieren.»

@ dpa.de